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Materialstrategien für die Entwicklung von Hochenergiekathoden mit erhöhter Stabilität für Li-Ionen Batterien: Untersuchung von Dotierstrategien und Feststoffkonzepten mithilfe eines kombinierten in- situ/operando Ansatzes

Fachliche Zuordnung Herstellung und Eigenschaften von Funktionsmaterialien
Physikalische Chemie von Festkörpern und Oberflächen, Materialcharakterisierung
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 416542991
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Übergeordnetes Ziel dieses Kooperations-Projekts ist es, für Hochenergie (HE)-Kathoden den systematischen Zusammenhang zwischen Volumen-Redoxprozessen mit Li+-Ionen und Elektronen-Auslagerung und induzierten Degradationsreaktionen (unter Beteiligung des Elektrolyten) zu verstehen und daraus Strategien zur Vermeidung/Reduzierung unerwünschter Nebenreaktionen zu entwickeln (in der 2. Phase). Als Kathoden wurden Ni-reiche NCMs (Lithium-Nickel-Cobalt-Mangan-Oxide) mit Li/Mn-reichen HE-NCM Schichtgitteroxiden verglichen, um die zentrale Bedeutung von Oxid- zu Übergangsmetall-Redoxreaktionen aufzuklären, und das Potential von ALD (atomic layer deposition)-Schutzschichten auszuloten. Die sich ergänzende Expertise des Antrags-Konsortiums, Synthese und Strukturuntersuchung (BIU), Analyse der chemischen und elektronischen Struktur (OF TUDa) sowie der chemischen Varianz während der Polarisierung (PC TUDa) ermöglicht eine weitgehende Charakterisierung der unterschiedlichen präparierten Elektroden auch in ihrer Elektrochemie. Als Materialien wurden käufliche NMC-Pulver und Dünnschichten als auch durch die BIU hergestellte und durch Exposition zu SO2/NH3-Gasen modifizierten HE-NCMs mit stark verbesserter Stabilität vermessen. Für die Analytik war die Entwicklung und Etablierung verlässlicher Methodiken essentiell, um Volumen- von Oberflächeneffekten diskriminieren zu können. Für XPS ermöglichte ein mechanisches Abkratzen der OF-Phasen eine bisher nicht mögliche Analyse von Volumeneigenschaften. Synchrotron-Messungen (XPS, XANES) ergaben durch Änderungen der Anregungsenergie eine systematische Varianz der Tiefeninformation. Für die Raman-Spektroskopie wurde einerseits das Potential von Resonanz-Effekten für Batterien ausgelotet, andererseits eine in-situ/operando-Zelle entwickelt, optional mit erhöhter Sensitivität durch SERS-Effekte. Eine zentrale Erkenntnis aus unterschiedlichen Messungen ist die Beteiligung von O2- in den involvierten Redoxreaktionen der Hochenergie-Kathoden. XPS und XANES zeigen, dass die formalen Oxidationsstufen (4+ für die Metalle) nicht erreicht und dass Oxid-Ionen oxidiert werden. Die relativen Änderungen in den Oxidationsstufen und ihre Ursachen (Bildung verschiedener Phasen, Änderung der Hybridisierung, non-rigid bond Effekte) sind noch nicht zuzuordnen (da noch in Bearbeitung). Eine weitere zentrale Erkenntnis ist die Degradation durch Grenzflächenreaktionen der oxidierten Oxidionen als auch von Metallionen mit erhöhten Oxidationsstufen. Die Oberflächen zur Volumenzusammensetzung von Kathoden nach elektrochemischer Oxidation zeigt erstaunlicherweise Oberflächen-Oxidphasen mit reduzierten Metallionen. Reduzierte Oberflächen bilden sich auch auf HE-NCMs durch SO2/NH3-Gasphasenbehandlung. Ebenso zeigen erste Oxid-ALD-Beschichtungen verbesserte Stabilitäten. Diese Ergebnisse stimmen überein mit CV- und Impedanz-Messungen, die eine Degradation durch Reaktion der Kathoden mit Elektrolytkomponenten bei hohen Potentialen aufweisen. Die bisherigen Erkenntnisse aus diesem Projekt zusammenfassend folgt, dass die Eigenschaften der CEI-Phasengrenzflächen für die Eigenschaften von Li-Ionen-Batterien maßgeblich sind und weiter spezifisch eingestellt werden müssen. Der vorgestellte Ansatz bietet dafür interessante Einsichten und Perspektiven ist aufgrund der inhärenten Komplexität von Synthese und Charakterisierung jedoch mit hohem Aufwand verbunden.urde einerseits das Potential von Resonanz-Effekten für Batterien ausgelotet, andererseits eine in-situ/operando-Zelle entwickelt, optional mit erhöhter Sensitivität durch SERS-Effekte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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