China in Standardmaßen. Die lokalen und translokalen Dimensionen der chinesischen Reformen der Maße und Gewichte (ca. 1927-1937)
Asienbezogene Wissenschaften
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Dieses Projekt untersuchte den Wandel von Standardmaßen im China der Republikzeit und nahm dies als Ausgangspunkt, um die Wechselwirkungen zwischen globalen Standardisierungsprozessen, Dynamiken der Staatsbildung und Veränderungen des Alltagslebens im China des frühen 20. Jahrhunderts zu untersuchen. In den 1920er und 1930er Jahren bildeten Maßeinheiten in China ein hochkomplexes Gefüge, und zwar aus zwei Hauptgründen: Erstens war das bestehende System der chinesischen Maße und Gewichte äußerst vielfältig, und bereits unter der Qing-Dynastie hatte es kein einheitliches System gegeben. Zweitens war das metrische System nicht der einzige ausländische Einfluss auf den Bereich der chinesischen Maße und Gewichte. Vielmehr gab es einen Pluralismus internationaler Standards (britische, japanische und andere), der besonders in den ausländischen Konzessionsgebieten chinesischer Städte und im Umfeld großer internationaler Unternehmen sichtbar war. Anhand sorgfältig ausgewählter Fallstudien untersuchte dieses Projekt verschiedene Facetten der großen Veränderungen von Maßeinheiten zu jener Zeit. Teile der projektbezogenen Forschung nahmen die Regierung (Institutionen und Personen) als Ausgangspunkt. Gleichzeitig wurden jedoch auch die Auswirkungen der Regierungspolitik auf verschiedene Teile der chinesischen Gesellschaft berücksichtigt. Indem die Transformation von Maßeinheiten in einen breiteren Kontext der globalen Standardisierung, Staatsbildung und lokalen Auseinandersetzungen gestellt wurde, positionierte das Projekt Maßeinheiten als zentrale Kategorie der historischen Forschung. Weit davon entfernt, eine technische Fußnote zu sein, eröffnen dadurch Maßeinheiten neue Perspektiven auf die Entstehung des modernen China und werden dadurch zu einem Prisma, durch das die verflochtenen Dynamiken von Wissenschaft, Politik und Alltag untersucht werden können. Indem es den umstrittenen Weg der Metrifizierung nachzeichnete, leistete das Projekt nicht nur einen Beitrag zur chinesischen Geschichtsschreibung, sondern auch zu globalen Debatten über die Politik des Wissens, die Infrastrukturen der Regierungsführung und die historische Konstitution der Globalität selbst.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Measuring Semi-colonialism: the International Metrological Negotiation in Shanghai in the 1930s. conference paper, the 6th Annual Conference of Urban History, in Sichuan, Chengdu, 2023
Dominic Sachsenmaier
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Remeasuring China: the Global and Local Dimensions of Nanjing Metrological Reform. University Goettingen Repository.
Li, Can
