Artistic Practice during the Cultural Revolution (1966–1976): Actors, Media, Institutions
Asian Studies
Final Report Abstract
Für das Thema „Künstlerische Praktiken während der Kulturrevolution (1966 – 1976): Akteure, Medien, Institutionen“ habe ich während drei Forschungsreisen wichtige Oral-Histories-Projekte mit wichtigen Akteuren und deren Familienmitgliedern durchgeführt, die eine wichtige Datengrundlage für die Bearbeitung des Themas bilden. Der Themenkomplex der Kunst und der Ausstellungspraktiken der Roten Garden wurde in zwei Aufsätzen bearbeitet. Zum einen habe ich analysiert, wie die Zerstörungen durch die Roten Garden mit ihrer performativen Ausübung kulturrevolutionärer Radikalität und der Schaffung einer charakteristischen visuellen Kultur einhergingen. Zum anderen habe ich die Mechanismen untersucht, durch die die Roten Garden und Rebellenorganisationen für ihre Ausstellungen Zugang zu den wichtigsten Kulturinstitutionen des Landes und zu finanziellen Ressourcen erhielten. Liu Chunhuas Bild „Der Vorsitzende Mao geht nach Anyuan“ (1967), das meistreproduzierte Bild der Zeit, war entstand vor dem Hintergrund dieser Mechanismen; seine Aneignung durch die politische Führung als Ikone im Mao-Kult markiert aber auch gleichzeitig das Ende der Roten-Garden-Bewegung. Ich plane außerdem ein Themenheft zu „Art History of Socialist China: State of the Field“ mit einem Beitrag zur Serialität und Reproduzierbarkeit in der Kunst der Roten Garden. Eine biografische und bibliografische Datenbank zur Kunst der Kulturrevolution ist ebenfalls in Arbeit. In einer grundlegenden Untersuchung zu Bildern von Milizionärinnen und Rotgardistinnen habe ich gezeigt, dass diese in erster Linie als Allegorien von Klasse und Nation fungieren. Gleichzeitig habe ich analysiert, wie sich diese Darstellungen im Zusammenhang mit politischen Konflikten änderten und teilweise rekonstruiert, wer die Frauen waren, die für diese Bilder ausgewählt wurden. Ein dritter Schwerpunkt meiner Recherchen lag auf der Künstler:innenausbildung während der Kulturrevolution. Hier habe ich erste Ergebnisse in dem Aufsatz „The Romanian Oil Painting Training Class and Modernist Undercurrents in Chinese Art Education of the Socialist Period” zusammengefasst. Diese Forschung werde ich auch im Rahmen meines neuen, durch einen ERC Consolidator Grant geförderten Projekts „Art Academies in China: Global Histories and Institutional Practices“ weiterführen.
Publications
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Militiawomen, Red Guards, and Images of Female Militancy in Maoist China. Twentieth-Century China, 46(2), 153-180.
Noth, Juliane
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“Iconoclasm and Red Guard Violence during the Chinese Cultural Revolution”, in: Contemporanea Nr. 4, 2021, Sektion „Confronti“: Global perspectives on iconoclasm: Destruction of monuments and public (ab)uses of public memory, hg. von Gabriele d’Ottavio, Serena Luzzi und Ester Gallo, 687–693.
Noth, Juliane
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3 DER VORSITZENDE MAO GEHT NACH ANYUAN.. Dreizehn Beiträge zu 1968, 63-84. transcript Verlag.
Noth, Juliane
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The Romanian Oil Painting Training Class and Modernist Undercurrents in Chinese Art Education of the Socialist Period. Art and Modernism in Socialist China, 200-215. Routledge.
Noth, Juliane
