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Evolution der Ultrastrukturen des Skelettgewebes bei Conodonten - Rekonstruktion mittels Elektronenrückstreubeugung (EBSD)

Antragsteller Professor Dr. Axel Munnecke, seit 9/2021
Fachliche Zuordnung Paläontologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418124534
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Besondere an Wirbeltieren ist, dass ihr Skelett aus dem Mineral Apatit besteht, was sie härter und chemisch stabiler macht, als die mineralisierten Gewebe anderer Organismen. Dieser mineralische Teil des Skeletts kann mit Methoden der Materialwissenschaften untersucht werden. Die Ausrichtung und Größe einzelner Kristallkörner kann uns helfen zu rekonstruieren, wie das Gewebe im lebenden Organismus genutzt wurde, z.B. wie ein Zahn biss und in welcher Richtung er am stärksten beansprucht wurde. Dies ist besonders nützlich bei Fossilien, deren Biomechanik wir experimentell nicht untersuchen können. Allerdings haben sich Wirbeltiergewebe jahrelang einer solchen Analyse entzogen. In diesem Projekt haben wir herausgefunden, warum sie gegenüber der In-situ-Analyse der Kristallorientierung resistent sind, und ein Protokoll entwickelt, das eine konsistente Probenvorbereitung, Messung der Kristallorientierung und der chemischen Zusammensetzung in Wirbeltiergeweben ermöglicht. Wir haben die Zähne der frühesten Wirbeltiere mit biomineralisierten Skeletten, den Conodonten, untersucht. Wir haben gezeigt, dass sich im Laufe ihrer Entwicklung ihre Ultrastruktur an die Zahnfunktion anpasste, indem sie die Kristallordnung erhöhte und die Kristalle so ausrichtete, dass sie die höchste Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen beim Beißen bieten. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass wichtige evolutionäre Anpassungen auf nanoskaliger Ebene stattfinden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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