Detailseite
Projekt Druckansicht

Querkrafttragverhalten von Stahlbetonbauteilen ohne Querkraftbewehrung – Entwicklung einer konsistenten experimentellen, analytischen und numerischen Charakterisierungsmethodik

Fachliche Zuordnung Konstruktiver Ingenieurbau, Bauinformatik und Baubetrieb
Angewandte Mechanik, Statik und Dynamik
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 420545423
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Erforschung des Querkrafttragverhaltens bildet seit Mitte des 20. Jahrhunderts einen Forschungsschwerpunkt im Massivbau. Trotz erheblicher Anstrengungen gibt es kein im Stand der Forschung einheitliches Modell, welches das komplexe Verhalten von Stahlbetonbauteilen unter Querkraftbeanspruchung vollständig beschreibt. Das Hauptziel dieses Projekts war die Entwicklung eines kombinierten numerischen und analytischen Rahmens zur Beschreibung des Querkraftverhaltens von Stahlbetonbauteilen ohne Querkraftbewehrung. Das Projekt zielte darauf ab, sowohl analytische als auch numerische Modellierungsansätze abzuleiten, um ein Gleichgewicht zwischen Genauigkeit und Berechnungseffizienz zu erreichen. Umfassende experimentelle Untersuchungen wurden an 22 Bauteilversuchen durchgeführt, wobei verschiedene Parameter systematisch variiert wurden. Modernste Messtechnik, einschließlich digitaler 3D-Bildkorrelation (DIC), wurde eingesetzt, um Schubrisse und Verformungsfelder detailliert zu messen. Es wurde ein automatischer Algorithmus zur Risserkennung entwickelt, der die Risslokalisierung und -erkennung verbessert. In gesonderten Versuchen wurden Lastabtragsmechanismen wie Rissreibung und Dübelwirkung untersucht und quantifiziert, was zu modifizierten Modellen für eine bessere Vorhersage führte. Weiter wurde die Shear Crack Propagation Theory (SCPT) entwickelt, welche die wesentlichen Auswirkungen des Querkraftabtrages erfasst. Die SCPT wurde anhand von Versuchsergebnissen validiert, die eine gute Übereinstimmung zeigten und somit detaillierte Einblicke in das Querkrafttragverhalten ermöglichten. Ausgehend von den Ergebnissen des Vorhabens lässt sich festhalten, dass die entwickelten Modelle und Methoden die Bewertung und Vorhersage des Querkrafttragverhaltens sowie der maximalen Querkrafttragfähigkeit in Stahlbetonbauteilen verbessern und eine solide Grundlage für zukünftige Untersuchungen darstellen. Weiter wurden neue Forschungsfragen identifiziert, die in zukünftigen Vorhaben zu klären sind.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung