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Organische Spurenanalyse von atmosphärischen Markersubstanzen in Eisbohrkernen

Fachliche Zuordnung Analytische Chemie
Physik und Chemie der Atmosphäre
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 421860192
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Eisbohrkerne werden neben anderen Archiven, wie Sedimenten, Stalagmiten, Korallen und Baumringen, als Klimaarchive verwendet. In den letzten Jahrzehnten hat die Analyse dieser Klimaarchive eine Fülle von Informationen über vergangene Klima- und Umweltveränderungen in Zeiträumen von wenigen Jahren bis zu 800.000 Jahren geliefert. Organische und anorganische Verbindungen in Aerosolpartikeln sowie wasserlösliche Gase werden durch nasse und trockene Depositionsprozesse aus der Atmosphäre abgelagert und in Eisschilden und Schneefeldern in den Polarregionen und kalten Gletschern der mittleren Breiten konserviert. Im vorliegenden Projekt wurden verschiedene hochempfindliche und selektive Methoden für die Spurenanalyse von organischen Markerspezies in verschiedenen Klimaarchiven unter Verwendung von UHPLC-ESI-HRMS entwickelt. Der Schwerpunkt der Entwicklungen lag im Bereich der Eisbohrkernanalytik, allerdings wurden mit der gleichen Motivation und entsprechend abgewandelten Probenvorbereitungsschritten auch Speläotheme auf verschiedene Markersubstanzen untersucht. Der Anlass auch Speläotheme als Klimaarchive mit zu untersuchen, lag neben den Klimaarchiv-bezogenen Vorteilen (u.a. Vorkommen in fast allen Gebieten der Erde, Th/U-Datierungsmethode anwendbar, sehr hohe zeitliche Auflösung, lang zurückreichende Zeitreihen) insbesondere in der besseren Verfügbarkeit verschiedener Speläothemproben. Den größten Informationsgehalt lieferte die Analyse von biogenen SOA Markern, Lignin-Oxidationsprodukten und Biomasseverbrennungsmarkern (PAHs, Levoglucosan). In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Geowissenschaftlern konnte unsere Gruppe zahlreiche neue Ergebnisse im Bereich der Paläo-Vegetationsentwicklung und der Häufigkeit und Intensität von Paläo-Vegetationsbränden erarbeiten. Die mit finanzieller Unterstützung durch das vorliegende Projekt begonnen Arbeiten im Bereich der organischen Spurenanalytik in Eisbohrkernen und Speläothemen werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Paläoklimaforschungsgruppen auch momentan noch intensiv fortgesetzt. Insofern wirkte die DFG Finanzierung des vorliegenden Projekts in der Tat als Anschubfinanzierung für ein weiterhin aktiv betriebenes Forschungsfeld des AK-Hoffmann im Bereich der organischen Spurenanalytik.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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