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Vorhersagen generieren lassen als Mittel zur Indizierung von kognitivem Konflikt und Conceptual Change bei Kindern

Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 421935104
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Auslösen eines kognitiven Konflikts ist eine populäre Strategie, um bei Lernenden Conceptual Change, d.h. eine Revision von Fehlkonzepten, zu erreichen. Eine Schwierigkeit dieser Strategie ist, dass der kognitive Konflikt von Lernenden häufig nicht als bedeutsam genug wahrgenommen wird, als dass er bestehende Fehlkonzepte in Frage stellt. In der ersten Projektphase wollten wir in einer Reihe von Experimenten testen, ob, wie und unter welchen (Lern- )Voraussetzungen das Generieren von Vorhersagen durch Lernende vor der Präsentation konfligierender Information zu einem bedeutsamen kognitiven Konflikt führt und Conceptual Change begünstigt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Erstellung von Vorhersagen Conceptual Change bei Kindern erleichtert und dass dies mit der Überraschung zusammenhängt, die durch falsch vorhergesagte Ergebnisse ausgelöst wird. Überraschung wurde hierbei über die Pupillenüberraschungsreaktion gemessen. Die Ergebnisse deuten ferner darauf hin, dass das Ausmaß der durch Vorhersagen ausgelösten Überraschung sowohl von der Größe des Vorhersagefehlers als auch vom Grad der Konfidenz in die Vorhersage abhängt. In der zweiten Projektphase war das Ziel, den Effekt der Erstellung von Vorhersagen auf die Überraschung und die anschließende Revision von Fehlvorstellungen genauer zu erfassen. Zu diesem Zweck haben wir getestet, ob der Effekt des Erstellens von Vorhersagen mit Hilfe eines formalen Bayes'schen Inferenzmodells erfasst werden kann, das die Konfidenz und den Vorhersagefehler bei der Revision von Überzeugungen berücksichtigt. Wir konnten zeigen, dass, wenn man die vorherigen Überzeugungen der Kinder erfasst, ihre Überzeugungsrevision in der Vorhersagebedingung nahe an die eines optimalen Bayes'schen Lerners herankommt. Außerdem haben wir gefunden, dass die Erstellung von Vorhersagen die Kinder zu einer „optimaleren“ Lerntrajektorie (im Bayes’schen Sinne) führt. Diese Ergebnisse bieten empirische Unterstützung, aber auch Verfeinerungen für neuere Versionen der „Theory Theory“, indem sie die Bedeutung der Lernaktivität hervorhebt, die Lernende ausführen. Zusammenfassend tragen die Ergebnisse unserer Studien zu einem besseren Verständnis der instruktionalen Strategie des Vorhersagen Generierens sowie von konzeptuellen Lernvorgängen im Kindesalter generell bei.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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