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Auswirkungen der Bearbeitungserosion auf Erträge und Kohlenstoffbilanzen in kuppigen Landschaften

Fachliche Zuordnung Bodenwissenschaften
Physische Geographie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 422576233
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Bodenerosion in ackerbaulich genutzten Landschaften stellt eine substantielle Gefährdung der Bodengesundheit dar. Während die Bodenerosion durch Wasser (und teilweise Wind) relativ gut erforscht ist, existieren bei der Erosion, die durch die Bodenbearbeitung hervorgerufen wird, noch große Kenntnislücken. Ziel des Projektes war es, den Einfluss der Bearbeitungserosion auf die Erträge wichtiger landwirtschaftlicher Kulturpflanzen sowie die Rückkopplungen auf den C-Kreislauf zu quantifizieren. Geprüft wurde in der kuppigen Grundmoränenlandschaft NO-Deutschlands die zentrale Hypothese, dass sich mit zunehmender Bearbeitungserosion sowohl die feldskalige Ertragsheterogenität erhöht – bei gleichzeitiger Abnahme der mittleren Flächenerträge – als auch die landschaftsskalige C-Speicherung in Böden. Die Testregion des Quillow-Einzugsgebietes wurde ausgewählt, da sie durch einen hohen Mechanisierungsrad der Landwirtschaft sowie durch geringe Niederschläge (mit häufigen Trockenphasen) charakterisiert ist und damit eine große Klimasensitivität der landwirtschaftlichen Produktion aufweist. Die grundlegende Hypothese des Projekts zur Bedeutung der Bearbeitungserosion für den Umfang und die Heterogenität der Biomasseproduktion, dem C-Input sowie Bodenkohlenstoffspeicherung konnte weitestgehend verifiziert werden. Insbesondere in trockenen Jahren, führt die langfristige Bearbeitungserosion zu deutlichen landschaftsskaligen Ertragseinbußen, mit denen unter Bedingungen des Klimawandels häufiger zu rechnen ist. Generell stellt die Bodenverlagerung ein Bodenkohlenstoffsenke im Gebiet dar. Darüber hinaus gab es eine Reihe hoch spannender Teilergebnisse. (i) Die Muster der Bodeneigenschaften sind in der Region stärker durch die Bearbeitungserosion als durch die Wassererosion geprägt. (ii) Die Erosions-Depositionsmuster führen in trockenen Jahren zu einer größeren räumlichen Differenzierung des oberirdischen C-Inputs als in feuchten Jahren. (iii) Der oberirdische C-Input hat sich - sortenbedingt - in den letzten 100 Jahren standortabhängig verringert (Abtragsbereiche < Depositionsbereiche). Beim unterirdischen C-Input (Wurzelsystem) ist hingegen kein Sorteneffekt, wohl aber ein Einfluss des Erosionsgrades erkennbar. (iv) Um den Effekt der Bearbeitungserosion auf die Biomassemuster abzubilden, reichte es nicht aus nur den Zeitraum seit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft zu betrachten, sondern auch die Flächennutzung der letzten 1000 Jahre. (v) Reduzierte Bodenbearbeitung zum Schutz vor Wassererosion kann zu einer deutlichen Erhöhung der Bearbeitungserosion führen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Projektergebnisse die große Bedeutung der Bearbeitungserosion für bodenbezogene Ökosystemdienstleistungen, hier Biomasseproduktion und Kohlenstoffspeicherung, unterstreichen. Dies sollte in Zukunft zwingen bei der Optimierung vom Bodenschutzmaßnahmen Berücksichtigung finden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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