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Auswirkungen der Studiengebühren in Deutschland

Fachliche Zuordnung Statistik und Ökonometrie
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 422637099
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Bildung hat Vorteile sowohl für die Gesellschaft als auch für die Einzelnen. Daher wird die Frage, wer die Kosten der Hochschulbildung tragen soll, weltweite diskutiert. Das Projekt trägt dazu bei, diese Diskussion auf eine bessere empirische Grundlage zu stellen, indem es die Auswirkungen von Studiengebühren sowohl auf angehende als auch auf eingeschriebene Studierende in Deutschland untersucht und Erkenntnisse über die Auswirkungen eines Wechsels zwischen einem gebührenfreien und einem gebührenpflichtigen System liefert. Angesichts der Tatsache, dass ein Viertel der OECD-Länder keine Studiengebühren erhebt und viele andere über die Abschaffung von Studiengebühren nachdenken, sind die Ergebnisse auch für politische Entscheidungsträger von großer Bedeutung. Das Projekt besteht aus zwei eng miteinander verbundenen Teilprojekten, die beide Verwaltungsdaten aus der Studenten- und Prüfungsstatistik verwenden. Der erste Teil konzentriert sich auf Studierende, die bereits immatrikuliert sind, und nutzt aus, dass die Gebühren auch für diejenigen gelten, die bereits immatrikuliert sind, was im internationalen Vergleich sehr selten ist. Unter Verwendung eines Differenz-in-Differenzen-Ansatzes zeigt sich, dass die Abschaffung der Studiengebühren dazu führte, dass die Studierenden länger brauchten, um ihr Studium abzuschließen, was den Effekt widerspiegelt, dass die Einführung der Studiengebühren den Studienabschluss beschleunigt hatte. Allerdings hatten die Gebühren kaum Auswirkungen auf die Abschlussnoten, die Fächerwahl oder die Mobilitätsbereitschaft der Studierenden. Der zweite Teil untersucht die Auswirkungen von Studiengebühren auf Studieninteressierte, insbesondere auf die Studienabschlussquoten, ein Aspekt, der in der bisherigen Forschung weitgehend übersehen wurde. Studiengebühren verringerten die Zahl der Studienanfänger um 3,2 Prozentpunkte und die Abschlussquoten um 1,8 Prozentpunkte. Die geringere Auswirkung auf die Abschlussquote im Vergleich zur Einschreibequote deutet darauf hin, dass viele Studierende, die durch Gebühren abgeschreckt werden, ihr Studium auch ohne diese Gebühren nicht abgeschlossen hätten, was ein Licht auf die Rolle der Gebühren bei der Verringerung der Zahl der „Geisterstudenten“ wirft, d. h. der Studierenden, die sich in erster Linie aus nicht bildungsbezogenen Gründen einschreiben. Es zeigt sich zudem, dass Frauen stärker betroffen waren als Männer, dass sich Studiengebühren in wirtschaftlich benachteiligten Gebieten stärker negativ ausgewirkt haben und dass sie die Mobilität von angehenden Studierenden zwischen Bundesländern beeinflusst haben. Zusammengenommen bieten diese Studien eine umfassende Analyse der Auswirkungen von Studiengebühren auf das Verhalten von angehenden und bereits eingeschriebenen Studierenden und liefern wichtige Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger, die die Einführung oder Abschaffung von Gebühren im Hochschulbereich erwägen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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