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Erforschung des Teilchenverstärkungsmechanismus bei Kriechbeanspruchung von TaC-verstärkten Co-Re-Basis-Legierungen

Fachliche Zuordnung Mechanische Eigenschaften von metallischen Werkstoffen und ihre mikrostrukturellen Ursachen
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 423515565
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel des durchgeführten Forschungsprojektes war es, den Verstärkungsmechanismus durch Tantalkarbidausscheidungen (TaC) bei Kriechbeanspruchung von Co-Re-Basis-Legierungen, einer neuen Klasse metallischer Hochtemperaturwerkstoffe, zu erforschen sowie das Potential weiterer Karbide (TiC, HfC) für die Ausscheidungshärtung zu ergründen. Ein zentrales Ergebnis bestand darin, dass die Karbidteilchen auf Grund ihrer langgestreckten Gestalt im untersuchten Temperaturbereich (800°C, 900°C) bemerkenswert starke Hindernisse für das Versetzungsklettern sind und deshalb das Überklettern der Teilchen, und nicht das Ablösen der Versetzung von der Teilchenrückseite, festigkeitsbestimmend ist. Diese Hinderniswirkung ist so stark, dass die Verfestigung bei 800°C noch derjenigen bei Raumtemperatur entspricht. Ferner konnte gezeigt werden, dass mit den Titankarbiden eine weitere attraktive Teilchenart mit vergleichbar großer Verfestigungswirkung wie die der TaC-Ausscheidungen zur Verfügung steht und das Zulegieren von ca. 1.8at.% Ta plus C bzw. Ti plus C optimal ist. Mit Hilfe transmissionselektronenmikroskopischer Untersuchungen konnte darüber hinaus eine bevorzugte Orientierungsbeziehung zwischen TaC/TiC und Matrix identifiziert werden, die wesentlich von einer auf Grund theoretischer Überlegungen erwarteten abweicht. Auf Grund des Sachverhaltes, dass sich Versetzungsablösen im untersuchten Temperaturbereich als nicht relevant herausstellte, konnten aus den experimentellen Untersuchungen naturgemäß auch keine Erkenntnisse zu diesem Mechanismus gewonnen werden. Dies gelang jedoch durch molekulardynamische (MD) Simulation der Teilchen-Versetzungs-Wechselwirkung. Hierfür wurden zunächst atomistische Simulationen für die Ausscheidungsphase TaC durchgeführt und dabei ein Wechselwirkungspotential zwischen den beiden Atomsorten in dieser Phase parametrisiert, welches als Eingangsinformation für die MD-Simulationen diente. Auf dieser Basis wurden Versetzungslinienenergien an TaC-Teilchen und in der Matrix berechnet. Zentrales Ergebnis ist, dass eine anziehende Wechselwirkung zwischen Versetzung und Teilchen gefunden wurde, deren Stärke wesentlich von der Orientierungsbeziehung zwischen Teilchen und Matrix abhängt. Für die experimentell ermittelte Orientierungsbeziehung wurde eine bemerkenswert starke Anziehungskraft mit einem Relaxationsfaktor k=0,75 ermittelt. Dies ist von besonderer Bedeutung, weil zu erwarten ist, dass der Ablösemechanismus bei sehr hohen Temperaturen anstelle des Klettermechanismus geschwindigkeitsbestimmend wird. Somit konnte durch das Zusammenspiel von Experiment und Simulation gezeigt werden, dass mit TaC (und vermutlich auch TiC) eine hocheffiziente Teilchenverstärkung für Hochtemperaturanwendungen möglich ist.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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