Project Details
Die Indienpolitik der DDR von den Anfängen bis zur Anerkennung (1952-1972)
Applicant
Professor Dr. Johannes Voigt (†)
Subject Area
Modern and Contemporary History
Term
from 2007 to 2008
Project identifier
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 42451319
Die Indienpolitik der DDR war vor dem 8. Oktober 1972 auf ein Hauptziel ausgerichtet: die staatliche Anerkennung. Die Mittel dazu waren wirtschaftlich der Warenaustausch und die Unterstützung indischer Entwicklungsprojekte, propagandistisch die Darstellung der DDR und ihrer Politik in den indischen Medien, und in der Kultur- und Wissenschaftspolitik war es schwerpunktmäßig die Vergabe von Stipendien an indische Studenten. Auf allen Gebieten stieß Ost-Berlin auf starke westdeutsche Gegenpositionen. In der Arbeit wird dargestellt, wie die DDR es verstand, ihr Anliegen in Indien voranzubringen. Sie präsentierte sich auf allen Gebieten als liberal und demokratisch. Eine zu große Nähe zur Sowjetunion wurde vermieden, um jeden Verdacht einer Abhängigkeit zu vermeiden. Und zu indischen Kommunisten, die sich in Moskau-Hörige und Peking- Anhänger spalteten, wurde zumindest nach außen hin auf Distanz geachtet. Die von Ost- Berlin aus gelenkte weitgefächerte Indienpolitik fand in der Freundschaftsbewegung in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre ihre stärkste Breitenwirkung. Die zeitlich geschickt gewählte Entscheidung der indischen Regierung für eine Anerkennung der DDR vermied jeden Anschein einer Beeinflussung von Ost-Berlin oder von Bonn.
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