Kompatibilitätseffekte zwischen der physikalischen Größe von Reizobjekten und Reaktionspositionen.
Zusammenfassung der Projektergebnisse
In diesem Projekt sollten die Eigenschaften eines bisher wenig untersuchten Kongruenzeffekts zwischen der physikalischen Größe (von Reizen) und räumlichen Positionen (von Reaktionen) untersucht werden. Dieser SSARC-Effekt besteht darin, dass Menschen auf kleine Reize schneller mit der linken Hand und auf große Reize schneller mit der rechten Hand reagieren als umgekehrt. Die primären Ziele des Projekts bestanden darin, die Eigenschaften dieses Effekts aufzuklären, Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit anderen Effekten (z.B. SNARC, Simon) zu ermitteln sowie Erklärungsansätze zu prüfen. Unsere Untersuchungen zu den reizbezogenen Determinanten des Effekts haben gezeigt, dass der Effekt durch die relativen Größen der Reize im Kontext der Aufgabe entsteht. Untersuchungen zu den reaktionsbezogenen Determinanten des Effekts haben mehrere Belege dafür erbracht, dass die Hände eine besondere Rolle bei der Entstehung des SSARC-Effekts spielen. Zum ersten tritt der Effekt mit manuellen Reaktionen nur auf, wenn die Reaktionen mit verschiedenen Händen ausgeführt werden, während er ausbleibt, wenn verschiedene Finger derselben Hand benutzt werden. Und wenn die Reaktionen mit verschiedenen Händen ausgeführt werden, dann werden die Reaktionen eher handbezogen und nicht positionsbezogen kodiert. Schließlich wird der SSARC-Effekt durch die Händigkeit der Versuchspersonen beeinflusst. Diese Befunde kontrastieren mit denen zum SNARC- oder Simon-Effekt, bei denen eher eine positions- und keine effektor-bezogene Kodierung der Reaktionen dominiert. In einer weiteren Studie beobachteten wir einen Zusammenhang zwischen individuellen Kraftunterschieden zwischen den Händen auf der einen Seite und der Größe des individuellen SSARC-Effekts auf der anderen Seite. Diese (und weitere Beobachtungen) stützen eine Hypothese über die Entstehung des SSARC-Effekts, wonach Kraftunterschiede zwischen den Händen dazu geführt haben, dass kleinere (leichtere) Objekte eher mit der nicht-dominanten (meist linken) Hand und größere (schwerere) Objekte eher mit der dominanten (meist rechten) Hand ergriffen werden. Aus dieser Gewohnheit könnte sich der SSARC-Effekt entwickelt haben. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die mit der Objektgröße korrelierte Dimension des Gewichts für den SSARC-Effekt keine große Rolle mehr spielt. Zur Rolle des Gewichts sollten aber noch weitere Studien durchgeführt werden. Insgesamt deuten die Ergebnisse des Projekts darauf hin, dass der SSARC-Effekt sich in einigen Merkmalen deutlich von anderen, scheinbar ähnlichen, Effekten wie dem SNARC- oder dem Simon-Effekt unterscheidet. Diese Heterogenität wiederum deutet auf unterschiedliche Ursprünge der Effekte hin, die mit unterschiedlichen Lernerfahrungen zu tun haben könnten. Gleichzeitig sind die Heterogenität der Effekte und die Hinweise auf unterschiedliche Ursprünge nur schwer mit der Idee eines generellen größenverarbeitenden Systems im Gehirn – im Sinne von ATOM – zu vereinbaren.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Exploring the response code in a compatibility effect between physical size and left/right responses. 22nd Conference of the European Society for Cognitive Psychology.
Richter, M. & Wühr, P.
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Relative, not absolute, stimulus size is responsible for a correspondence effect between physical stimulus size and left/right responses. Attention, Perception, & Psychophysics, 84(4), 1342-1358.
Wühr, Peter & Richter, Melanie
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Relative, not absolute, stimulus size is responsible for the SSARC effect. In C. Bermeitinger, & W. Greve (Hrsg.), 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie - 52nd Congress of the German Psychological Society (p. 360). Pabst Science Publishers.
Richter, M. & Wühr, P.
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The nature of associations between physical stimulus size and left-right response codes. In S. Malejka, M. Barth, H. Haider, H., & C. Stahl (Hrsg.), TeaP 2022 - Abstracts of the 64th Conference of Experimental Psychologists (p. 364). Pabst Science Publishers.
Richter, M. & Wühr, P.
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The Nature of Associations between Physical Stimulus Size and Left-Right Response Codes. Journal of Cognition, 5(1).
Richter, Melanie & Wühr, Peter
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Exploring the response code in a compatibility effect between physical size and left/right responses: The hand is more important than location.. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 49(11), 1485-1502.
Seegelke, Christian; Richter, Melanie; Heed, Tobias & Wühr, Peter
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Staggered Onsets of Processing Relevant and Irrelevant Stimulus Features Produce Different Dynamics of Congruency Effects. Journal of Cognition, 6(1).
Heuer, Herbert; Seegelke, Christian & Wühr, Peter
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Strength differences between dominant and non-dominant hand are related to a compatibility effect between stimulus size and left/right responses. In: Frings, C. et al. (Hrsg.), Book of Abstracts of the 65th Conference of Experimental Psychologists (pp.397). Pabst Science Publishers.
Wühr, P., Richter, M. & Seegelke, C.
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Handedness and effector strength modulate a compatibility effect between stimulus size and response position with manual and vocal responses.. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 50(3), 263-279.
Wühr, Peter; Richter, Melanie & Seegelke, Christian
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Where does the processing of physical size meet the processing of space? In: Fröber, K. et al. (Hrsg.), Book of Abstracts of the 66th Conference of Experimental Psychologists (p. 565). Pabst Science Publishers.
Wühr, P.
