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The effect of orthognathic surgery on facial expressions and psychosocial well-being - a 4D preliminary study

Subject Area Dentistry, Oral Surgery
Term from 2019 to 2022
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 427616114
 
Final Report Year 2022

Final Report Abstract

Das Ziel dieser prospektiven klinischen Studie war es, das psychosoziale Wohlbefinden (mundgesundheitsbezogene Lebensqualität OHRQoL, Selbstwirksamkeit, Körperbild) und Gesichtsbewegungen (maximales Bewegungsausmaß, Formänderung, Zeit, Symmetrie) bei Patienten mit ausgeprägten skelettalen Dysgnathien vor (T0) und nach (T1) Umstellungsosteotomie zu untersuchen. Hierfür war die Implementierung der modernen vierdimensionalen Videostereophotogrammetrie in die kieferorthopädische Diagnostik vorgesehen. Nach initialen Verzögerungen aufgrund der Covid-19 Pandemie und Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Videostereophotogrammetrie-Systems, konnten insgesamt 26 erwachsene Patienten (mittleres Alter 28,4 Jahre; skelettale Klasse II: n = 13, skeletal Klasse III: n = 13) mit Indikation zur kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Therapie in die Studie eingeschlossen werden. Das psychosoziale Befinden wurden mittels dreier standardisierter und validierter Fragebögen (Orthognathic Quality of Life Questionnaire OQLQ, Fragebogen zur generalisierten Selbstwirksamkeit GSW-6 und Fragebogen zum Körperbild FKB-20) erhoben. Zwei reproduzierbare Gesichtsbewegungen (maximales Lachen und Lippenspitzen) wurden zu T0 und zu T1 mittels Videostereophotogrammetrie vierdimensional erfasst. Diese wurden hinsichtlich maximalem Bewegungsausmaß, Formänderung, Symmetrie und Zeit analysiert. Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung des mittleren OQLQ Punktewerts von 50,81 zu T0 auf 36,88 zu T1 (p < 0,001). Die Punktzahl des Fragebogens sank im Bereich ablehnendes Körperbild von 25,19 auf 21,27 (p = 0.002). Diese Veränderungen wurden bei Patienten mit skelettaler Klasse II und III gleichermaßen beobachtet. Das maximale Bewegungsausmaß des maximalen Lachens stieg von 15,24 auf 17,27 mm (p = 0,002) während das des Lippenspitzens von 9,34 auf 8,31 mm sank (p = 0.01). Die Veränderung in der OHRQoL und den Gesichtsbewegungen zeigte keine signifikanten Korrelationen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie das psychosoziale Wohlbefinden verbessert und das maximale Bewegungsausmaß der Gesichtsmimik beeinflusst. Eine Integration der Gesichtsbewegungen ist daher der nächste Entwicklungsschritt in der kieferorthopädischen Diagnostik und ein wichtigeer Bestandteil eines umfassenden, patientenindividuellen Behandlungskonzepts.

 
 

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