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Wenn Abrufübung neues Lernen verbessert - Charakteristika dieses Testeffekts und der Einfluss des Materials

Fachliche Zuordnung Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 427736286
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Abrufübung gelernten Materials verbessert das Lernen und Erinnern darauf folgend gelernten neuen Materials, oftmals als vorwärts gerichteter Testeffekt (VTE) bezeichnet. Während bisherige Forschung zum VTE bereits eine Fülle von Befunden kreiert hat, liegt noch wenig Wissen über zentrale Charakteristika dieses Effekts vor. Mit insgesamt 18 Experimenten möchte dieses Forschungsprojekt diese empirische Lücke verkleinern. Die zwölf mit Wortlisten als Lernmaterialien durchgeführten Experimente zeigen dabei, dass der VTE bei kategorisierten Wortlisten abrufspezifisch ist – und sich nicht auf semantisches Generieren verallgemeinert – und erhalten bleibt, wenn sowohl das Behaltensintervall verlängert als auch das Lernen der kritischen (letzten) Liste verzögert wird. Bei unverwandten Wortlisten ist der VTE nicht abrufspezifisch und der Effekt reduziert sich sowohl bei verlängertem Behaltensintervall als auch bei einem verzögerten Lernen der kritischen Liste. Bei beiden Typen von Wortlisten zeigen sich nach Abrufübung stärkere Effekte für die ersten Wörter der kritischen Liste als für die restlichen Wörter sowie keine Kosten für das Erinnern der anfangs gelernten Materialien. Diese Befunde weisen auf Strategiewechsel und Kontextwechsel als wichtige kognitive Mechanismen beim VTE mit Wortlisten hin. Die sechs mit komplexeren Materialien durchgeführten Experimente zeigen über weite Strecken ein qualitativ ähnliches Befundmuster wie die Experimente mit Wortlisten. Jedoch trägt bei verwandten komplexeren Materialien ein durch Abrufübung erzeugtes besseres Verständis der kritischen Materialien zum VTE bei, und ein analoger Effekt lässt sich auch durch concept mapping erzeugen. Offensichtlich kommen bei komplexeren Materialien auch noch andere kognitive Mechanismen zum Tragen als bei einfachen Wortlisten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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