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Untersuchungen zur Kraftübertragung in Rissen von Stahlbetonbalken infolge Querkraft- und Torsionsbeanspruchung

Fachliche Zuordnung Konstruktiver Ingenieurbau, Bauinformatik und Baubetrieb
Förderung Förderung von 2019 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 428420202
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Mit Hilfe der experimentellen und analytischen/numerischen Berechnungen konnten die Fragestellungen des Forschungsprojektes beantwortet werden. Die wesentlichen Ergebnisse des Forschungsprojektes sind:  Mit der Photogrammetrie (DIC) konnte im Schubfeld die Risskinematik bei allen Versuchen vollständig aufgezeichnet werden. Hiermit ließen sich mit verschiedenen Rissreibungsmodellen die Normal‐ und Schubspannungen im Riss bestimmen.  Die normierten Lastverformungskurven der Balkenversuche B1 ‐ B5 sind nahezu identisch, obwohl unterschiedliche Korndurchmesser verwendet wurden. Dies widerspricht allen Rissreibungsmodellen, bei welchen Dmax eingeht.  Die derzeit zur Verfügung stehenden Modelle zur Berechnung der Spannungen in einem Riss erscheinen ungeeignet, die Verhältnisse in einem Querkraftriss abzubilden. Dies liegt u.a. an den Annahmen bzw. den experimentellen Untersuchungen, welche den Modellen zu Grunde liegen. Die Unstimmigkeiten zeigen sich durch die großen Abweichungen zwischen den Modellen und negativen Rissreibungskräften, welche mechanisch nicht sinnvoll sind.  Bei den Rechteckbalken ohne Bügelbewehrung wurden nur sehr geringe Rissreibungsspannungen ermittelt. Demnach nimmt die Druckzone den größten Teil der vorhandenen Querkraft auf.  Mikroskopische Aufnahmen der Rissoberflächen zeigten keine Kontaktspuren in Form von Abplatzungen und Beschädigung der scharfen Kanten von Luftporen oder Reibspuren. Auch das ist ein Indiz, dass signifikanten Reisreibungskräfte nicht aufgetreten sein können.  Bei den Torsionsversuchen trat der erste Steifigkeitsabfall auf ca. 0,82 G ITI ohne sichtbare Risse an der Betonoberfläche auf. Nach Abschluss der Rissbildung lag die Torsionssteifigkeit bei etwa 20 % des elastischen Wertes und nahm bis zum Versagen auf unter 10 % ab.  In den Torsionsversuchen traten nur sehr geringe Gleitungen in den Torsionsrissen auf, was auf vernachlässigbare Rissschubspannungen schließen lässt. Nachdem die Rissbildung abgeschlossen war, lagen bereits deutliche Rissöffnungen von wmax = 0,25 ‐ 0,3 mm vor.  Die durchgeführten Versuche können eine gute Grundlage zur Validierung alter und neuer Rissreibungsmodelle dienen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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