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CT-Belichtungsautomatik mit patientenspezifischer Echtzeitberechnung der Dosisverteilung durch neuronale Netze und Minimierung der effektiven Dosis

Fachliche Zuordnung Medizinische Physik, Biomedizinische Technik
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 428660931
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel dieses Projekts war es, eine schnelle patientenspezifische Dosisberechnung vor und nach dem CT-Scan zu ermöglichen und diese für eine patientenspezifische Röhrenstrommodulation die das individuelle Patientenrisko minimiert (riskTCM) zu nutzen. Moderne CT-Scanner verfügen über Techniken zur automatischen Belichtungssteuerung (AEC), einschließlich automatischer Röhrenstromauswahl, automatischer Röhrenspannungsauswahl und Röhrenstrommodulation in Röhrenwinkel- und longitudinaler Richtung (TCM), um die an den Patienten abgegebene Strahlungsdosis bei gleichbleibender Bildqualität zu verringern. Die heutigen TCM-Implementierungen zielen auf die Minimierung des mAs-Produkts als einfaches, aber sehr approximatives Surrogat für die Patientendosis ab, weshalb sie im Folgenden als mAsTCM bezeichnet werden. Es hat sich gezeigt, dass die Verwendung von mAsTCM den mAs-Gesamtwert im Vergleich zu einem Scan mit konstantem Röhrenstrom (noTCM) je nach Körperregion und Scanprotokoll um bis zu 60 % reduzieren kann. Das tatsächliche Patientenrisiko, z.B. in Form von Risikomaßen wie der effektiven Dosis Deff, wird dabei jedoch nicht berücksichtigt. Um die effektive Dosis Deff oder ein anderes biologisch sinnvolles Dosis- oder Risikomaß optimieren zu können, müssen die Organdosen vor dem eigentlichen CT-Scan geschätzt werden. Daher sind Ansätze des maschinellen Lernens unerlässlich, damit riskTCM in der klinischen Praxis angewendet werden kann, da herkömmliche Monte-Carlo-basierte Methoden viel zu langsam sind. Auf der Grundlage des Topogramms muss ein grobes CT-Bild mit Hilfe neuronaler Netze geschätzt werden. Darauf aufbauend muss eine Deep Learning (DL)-Organsegmentierung und eine DL-Dosisverteilungsschätzung für jeden Projektionswinkel durchgeführt werden. Anschließend kann die geschätzte effektive Dosis pro Röhrenwinkel berechnet werden, und auf dieser Grundlage eine neue, das Patientenrisiko minimierende, TCM Kurve berechnet werden. Alle diese Schritte waren Teil dieses Projekts. Die Ergebnisse wurden in einer Simulationsstudie evaluiert und gegen den gängigen TCM Algorithmus mAsTCM und einen konstanten Strom verglichen. Unsere Projektergebnisse zeigen, dass alle anatomischen Regionen von riskTCM profitieren können und mit einer Reduktion der effektiven Dosis von bis zu 30% verglichen zu mAsTCM, abhängig von Körperregion und Spannung, gerechnet werden kann. Die Einführung in die Praxis wäre hinreichend simpel, da nur Software- und keine Hardware-Anpassungen an den CT-Systemen nötig wären.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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