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Schnelle dynamische Differenzkalorimetrie in-situ während der raschen Erstarrung von Aluminiumlegierungen

Antragsteller Dr. Bin Yang
Fachliche Zuordnung Metallurgische, thermische und thermomechanische Behandlung von Werkstoffen
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 429176653
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Anpassung von Mikrostrukturen und Eigenschaften in Metalllegierungen, insbesondere in Anwendungen der additiven Fertigung (AM), erfordert ein umfassendes Verständnis ihres schnellen Erstarrungsverhaltens. Die Untersuchung schneller Erstarrungsprozesse in situ birgt jedoch Herausforderungen aufgrund des Mangels an präzisen Messungen der Abkühlraten, der Unterkühlung bei der Keimbildung und der Erstarrungszeit. In dieser Studie wurde die differential fast scanning calorimetry (DFSC) verwendet, um die schnelle Erstarrung von mikroskopisch kleinen Al-Si-Legierungspartikeln zu untersuchen, die Zusammensetzungen wie Al-Si1, Al-Si10, Al-Si12, Al-Si20 (Massen%) und AlSi10Mg umfassen, mit steuerbaren Abkühlraten im Bereich von 100 K/s bis 1.000.000 K/s. Durch Analyse der Unterkühlung bei der Keimbildung und der Mikrostruktur wurden die Erstarrungsfolge und verschiedene Mechanismen der α-Al-Phasenbildung vorgeschlagen. Ein modifiziertes Modell unter Verwendung der klassischen Keimbildungstheorie (CNT), das die oberflächenheterogene Keimbildung und die grenzflächen-/volumenheterogene Keimbildung für α-Al einschließt, wurde angewendet. Zusätzlich wurde die isotherme DFSC-Methode verwendet, um die schnelle Erstarrung dieser Legierungen zu untersuchen. Sowohl der Abstand der Dendritenarme als auch charakteristische Abstände im Eutektikum nehmen mit zunehmender Abkühlrate und abnehmender Erstarrungstemperatur ab. Die kontinuierliche Abkühlbehandlung liefert feinere Mikrostrukturen im Vergleich zu denen, die im isothermen Verfahren im ähnlichen Erstarrungstemperaturbereich beobachtet wurden. Die Kombination aus in-situ DFSC und Mikrostrukturcharakterisierung ermöglicht die Beobachtung schnell erstarrter Strukturen einzelner metallischer Partikel durch kontrollierte schnelle Abkühlung und bekannte Unterkühlung bei der Keimbildung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zur genauen Darstellung von Mikrostrukturen in AM-Komponenten große Unterkühlungen bei der Keimbildung (über etwa 100 K) und hohe DFSC-Abkühlraten (über etwa 10.000 K/s) erforderlich sind. Daher ist dieser Ansatz effektiv, um die Auswirkungen von Abkühlrate und Unterkühlung auf die Mikrostrukturentwicklung unter Bedingungen schneller Erstarrung, insbesondere in AM-Prozessen, zu untersuchen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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