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Ultraschallgesteuerte ex-vivo Herstellung von strukturierten Hydrogelen für die gerichtete Knochenregeneration

Antragsteller Professor Dr. Kay Raum, seit 6/2023
Fachliche Zuordnung Biomaterialien
Akustik
Biochemie
Biophysik
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 429529778
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Trotz rascher Fortschritte in der Gewebezüchtung (TE) in den letzten 30 Jahren bleiben Herausforderungen bestehen, insbesondere bei der genauen Rekonstruktion der Histoarchitektur geschädigter Gewebe. Mit Hilfe der Akustophorese lassen sich stehende Ultraschallwellen Zellen in einem Medium organisieren. Mit einem in-situ polymerisierenden Gel als Ultraschallmedium können Zellen immobilisiert werden, was eine gewebespezifische Differenzierung initiiert. Der Bedarf nach neuartigen 3-D-Konstrukten für die Geweberegeneration, z.B. von Knochen und Knorpel, ist hoch. In diesem Projekt wurden mesenchymale Stammzellen (MSCs), die eine Schlüsselrolle in der muskuloskelettalen TE spielen, mittels Akustophorese in parallelen Ebenen innerhalb eines 3-D-Fibrinhydrogels angeordnet. Ein Tissue Engineering Akustophorese (TEA)-Setup wurde entwickelt, das spezifische akustische Parameter verwendete: 2,5 MHz Frequenz, 7,7 V Spitze-zu-Spitze- Spannung, kontinuierlicher Wellenmodus. Die metabolische Aktivität der MSCs stieg nach der Akustophorese stark an und entsprach der Aktivität randomisiert gesäter Zellen in nicht gemusterten Gelen über eine 21-tägige Kultur. Pro-osteogene Faktoren wurden den 3-D- Konstrukten zugesetzt und kultiviert, um knochenähnliche Eigenschaften zu verleihen. Die Expression pro-osteogener Gene war in gemusterten 3-D-Hydrogelen im Vergleich zu nicht gemusterten erhöht. Bemerkenswerterweise zeigten MSCs, die im TEA gemustert waren, eine verstärkte Expression osteogener Marker, selbst ohne pro-osteogene Zusätze, was auf eine Unterstützung der Osteogenese durch die geschichtete Zellorganisation hindeutet. Die Alizarinrot-Färbung zeigte eine erhöhte Kalziumkonzentration in gemusterten Gelen, jedoch ohne statistische Signifikanz (p=0,056). Darüber hinaus wiesen MSCs, die sich in gemusterten Konstrukten differenzierten, dickere Aktinfasern im Vergleich zu nicht gemusterten Gelen auf, was auf eine Differenzierung zu Osteoblasten hindeutet. Fibronectin-Fasern folgten der Organisation der Aktinfasern, was auch durch die Zugabe von exogenem Fibronectin bestätigt wurde. MSC-Hydrogele, die über TEA gemustert wurden, zeigten eine einzigartige Organisation der EZM-Fasern und definierten ihre spezifische Histoarchitektur. Das TEA-Setup kann für die Entwicklung anderer Gewebe angepasst werden und kann durch Kombinationen von zwei oder drei Wandlern je nach gewünschter Gewebestruktur weiterentwickelt werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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