‘Society’ versus ‘State’. Concepts of society in early German anarchist thought before and around 1848
Final Report Abstract
Das beantragte Projekt zu den anarchoiden Tendenzen im deutschen Frühsozialismus vor und um 1848, fokussiert auf den Begriff (und das Schlagwort ‚Gesellschaft‘) und mit dem Untersuchungsgegenstand „Trier’sche Zeitung“ (1843-1851), ist im Antragszeitraum erfolgreich abgeschlossen worden. Eine Erstfassung eines zweibändigen Manuskripts liegt zur Publikation vor (2025). Der Hauptinhalt: Es untersucht umfassend das, was aus Marxscher Perspektive und aus der seiner Nachfolger bisher mit einem Schmähbegriff als ‚wahrer Sozialismus‘ bezeichnet (und abgewiesen) worden ist. Entlang des Schlüsselbegriffs ‚Gesellschaft‘ stellt es ein komplexes und vielgliedriges frühsozialistisches Feld jenseits der Marxschen Separatrichtung dar. Es wird in seinen Stärken und Schwächen charakterisiert und nunmehr ausdrücklich nicht als ‚wahrer Sozialismus‘, sondern als ‚libertärer Sozialismus‘ bezeichnet. Es handelt sich um anarchoide und anarchistische Entwürfe, die nicht auf die Potenzen von Staat setzten, sondern auf die von Gesellschaft. Das erweitert den Forschungsstand über den deutschsprachigen Frühsozialismus erheblich. Einerseits gehen von den Forschungsergebnissen mehr als nur Impulse aus, sich von der hauptsächlichen Fixierung auf den Theoretiker und Praktiker Marx zu lösen und die tatsächliche Breite des frühsozialistischen Feldes in Betracht zu ziehen. Andererseits können verschiedene Phasen und Facetten der deutschsprachigen Proudhon- Rezeption nachgezeichnet und damit die internationalen Dimensionen dieser Debatten und Theorieentwicklungen unterstrichen werden.
Publications
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Ökonomische Assoziation. Vorstellungen im Umfeld der „Arbeiter-Verbrüderung“ 1848/50, in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, 66.1 (2024), S. 3-22
Olaf Briese
