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Preterm birth and the burden of long-term cognitive impairments: neural mediators of risk and resilience

Applicant Privatdozent Dr. Christian Sorg, since 6/2020
Subject Area Clinical Neurology; Neurosurgery and Neuroradiology
Term from 2019 to 2023
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 432285169
 
Final Report Year 2025

Final Report Abstract

Eine zu frühe Geburt erhöht das Risiko für anhaltende kognitive Beeinträchtigungen. Dieses Risiko wird erhöht durch perinatale medizinische Komplikationen und entsprechende Therapien insbesondere postnatale mechanische Beatmung; dieses Risiko wird vermindert durch positive meist soziale Entwicklungsfaktoren wie die Güte der Eltern-Kind-Beziehung in der frühen Kindsentwicklung. Unklar war, durch welche Hirneigenschaften diese Risikoerhöhung bzw. -minderung vermittelt wird. Um diese Frage zu beantworten, nützten wir Daten der Bayerischen Entwicklungsstudie - eine Verlaufsbeobachtung von sehr früh- und reifgeborenen Kindern, von deren Geburt 1985 bis heute mit Daten zu Geburt, Komplikationen und Behandlung, soziale und kognitive Entwicklung und MRT-basierte Hirnuntersuchungen. Wir fanden, dass perinatale Komplikationen und Behandlungen im Allgemeinen und postnatale Beatmung im Besonderen zu anhaltenden Hirnveränderungen im Erwachsenenalter nach sehr früher Geburt vor Vollendung der 33. Schwangerschaftswoche führen können – und zwar in Hirnrinde, dem Übergang von Hirnrinde zur weißen Substanz und in den Faserverbindungen von der Hirnrinde zum Thalamus sowie in speziellen Kernen der Amygdala (i.e., akzessorischer basaler Kern). Wir fanden, dass eine gute Eltern-Kind-Beziehung im ersten Lebensjahr mit einer dickeren Hirnrinde verknüpft ist. Bemerkenswerterweise fanden wir, dass die Dicke der Hirnrinde nicht nur mit perinatalen Komplikationen und Behandlungen sowie der Eltern-Kind-Beziehung korreliert, sondern auch mit der kognitiven Leistungsfähigkeit Erwachsener nach sehr früher Geburt. D.h. kurz, die Hirnrinde scheint die Einflüsse von Risikofaktoren (z.B. perinatale Komplikationen und Behandlung) und Resilienzfaktoren (z.B. Güte der Eltern-Kind-Beziehung) auf die erwachsene Kognitionsleistung nach sehr früher Geburt zu vermitteln. Wir schließen aus diesen Ergebnissen, dass die Entwicklung zukünftiger Therapien von anhaltenden kognitiven Beeinträchtigungen nach Frühgeburt auf zwei mögliche Ziele ausgerichtet sein sollte: Verbesserung der frühen Eltern-Kind-Beziehung und Verringerung der Minderung der Hirnrindendicke nach Frühgeburt.

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