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Erforschung der wenig untersuchten CRISPR-Cas Verteidigungs-Systeme I-B und I-D in Haloarchaea

Fachliche Zuordnung Stoffwechselphysiologie, Biochemie und Genetik der Mikroorganismen
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 433108819
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In der ersten Hälfte dieses Projektes gab es mehrere "Überraschungen", die leider alle negativer Natur waren. Der Schwerpunkt der Arbeiten sollte in der Untersuchung des Typ I-D in H. lacusprofundi bestehen, im Laufe des Projektes stellte sich aber heraus, dass mit diesem Organismus nicht effektiv in vivo Arbeiten durchgeführt werden können. Auch die Arbeiten zur Adaptation wurden stark behindert durch die letztendlich erfolglose Suche nach Viren, die H. volcanii lysieren. Außerdem gab es in einigen Teil-Projekten entweder zeitgleiche Publikationen von kompetetierenden Arbeitsgruppen oder Probleme bei der Durchführung (z.B. Kristallisation des Typ I-D Cascade). In den beiden ersten Projektjahren waren die Arbeiten außerdem stark behindert von den Corona-Einschränkungen, bei denen die Labore zum Teil ganz gesperrt waren und dann längere Zeit nur im Schichtbetrieb genutzt werden konnten. Zusammenfassend haben wir trotz der aufgeführten Probleme und Rückschläge wichtige neue Erkenntnisse zum archaealen CRISPR-Cas Forschungsgebiet beitragen können. (i) Wir konnten nachweisen, dass es generell zu einem geringen Ausmaß naïve Adaptation in H. volcanii gibt. Wenn die Adaptationsproteine Cas1, Cas2, and Cas4 überexprimiert werden, wird diese naïve Adaptation verstärkt. (ii) Die im H. volcanii Genom integrierten Proviren reduzieren die Mobilität der Zellen und führen zu einer erhöhten Verteidigungsbereitschaft durch stärkere Expression der CRISPR-Cas Gene. Die Proviren können sich aus dem Genom rausschneiden und bilden intakte Viren, die im Überstand nachzuweisen sind. Erste Ergebnisse deuten daraufhin, dass die Anwesenheit der Proviren auch Angriffe von weiteren Viren verhindert, somit als "superinfection exclusion" agiert. (iii) Das CRISPR-Cas Subtyp I-B aus H. volcanii stellt seine kleine Untereinheit Cas11 durch Expression aus dem cas8b Gen her. Ohne das Cas11 Protein werden weniger Cascade Komplexe hergestellt und die crRNA Konzentrationen sind deutlich geringer, woraus eine schwächere Verteidigungsaktivität resultiert. Das ist unseres Wissens das erste archaeale Protein, für das eine ORF-interne in-frame Translation gezeigt wurde. Außerdem ist es der erste Nachweis eines archaealen Cas11 Proteins. (iv) Mutanten des Cas7 Proteins haben gezeigt, welche Aminosäuren wichtig für die crRNA Stabilität und die Interferenz sind.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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