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The development of the visual arts as ‘psychagogic’ media of the Society of Jesus: techniques and theology of Baroque presentation

Subject Area Art History
Term from 2020 to 2024
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 435338646
 
Final Report Year 2025

Final Report Abstract

Stichpunktartig sei festgehalten, dass Untersuchung darlegt, in welcher besonderen Weise die bildenden Künste von den Jesuiten aus einem theoretischen Verständnis heraus gewürdigt und wertgeschätzt wurden. Die Jesuiten besaßen „eigene“ Maler, Architekten und Handwerker oder bildeten solche aus. Trotzdem wurde letztendlich darauf verzichtet, eigene Theorien für die Bildnerischen Künste zu entwickeln. Stattdessen ist der Zugang zur Kunst als pädagogische Methode vor dem naturphilosophischen Hintergrund zu verstehen. Dieser wurde in der jesuitischen Erziehung am Kolleg schon jungen Schülern vermittelt und sollte das kulturelle Fundament junger Handwerker wie auch Staatsmänner und Schriftgelehrter legen. Der Variantenreichtum in den stilistischen Auffassungen des Dekors ist ebenfalls auf ihr gemeinsames Grundprinzip mathematischer Stimmigkeit zurückzuführen. Hinsichtlich der Kollegiengebäude der Societas Jesu arbeitet die Dissertation vor allem die Unterschiede zu gewöhnlichen Klosteranlagen anderer Orden heraus. Im Bezüglich des Sakralbaus wird die Begriffsgeschichte theatrum sacrum kritisch beleuchtet und gezeigt, dass das jesuitische Raumverständnis mit den Prämissen gute Sichtbar- und Hörbarkeit operiert und entsprechend Saalräume mit gut einsichtigen Seitenkapellen bevorzugt, dass diese „Schema“ aber keineswegs zwingend vorgeschrieben wurde und z.B. im Basilikalbau auch andere befriedigende Ergebnisse erzielt wurden. Gotische und klassische Architektur waren also gleichsam legitime Formsprachen. Der Gebrauch von (verschiedenen) Formen stellte die geschichtliche Eloquenz eines Architekten heraus, der mit seinen Werken die Sinne der Menschen anzusprechen vermochte. Die Erziehung des Auges hin zur Empfänglichkeit und zum Leseverständnis architektonischer und bildlicher Formen galt als jesuitische Mission. Diese wurde im Kunstwerk realisiert, das nach jesuitischem Verständnis das undarstellbare Geheimnis der göttlichen Schöpfung vermittelt. Als positive „Überraschung“ im Projektverlauf ist die Entdeckung eines jesuitischen Kanonisationsberichtes über die Heiligen Ignatius und Franz Xaver durch Gregor XV. (1622) anzusehen, der trotz der Arbeitslast zusätzlich durch Auswertung, Übersetzung (durch den Altphilologen M. Pierl) und Kommentierung einer kritischen Edition zugeführt wird.

Publications

  • „Jesuit intentions to sanctity and the festivities in Ingolstadt. In: Territorios de la imagen, ed. by S. Canalda, S. Caredda, R. Dilla and C. Vincent‐Cassy (Hg.), Edizioni Oratoriane, Rom, 2023, S. 179-198.
    Tanja Perica-Ott
  • „Edifices to edify the soul“, in: Paolo Sanvito (Hg.), Pluralität in den künstlerischen und architektonischen Theorien der Jesuiten, Hollitzer, Wien.
    Tanja Perica-Ott
  • „Redemption through the Mind. Controversy and the Arts at the Beginning of Jesuit Scholarship in Germany“. In: The Jesuit Educational Centres for the Arts and Sciences (History of Early Modern Educational Thought), Brill, Leiden.
    Tanja Perica-Ott
 
 

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