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Einschränkung der Planetesimalentstehungsmodelle durch Kometenbeobachtungen

Fachliche Zuordnung Astrophysik und Astronomie
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 436344287
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Bisher ist der Weg vom Staub des solaren Nebels und der protoplanetaren Scheibe zum heutigen Sonnensystem und insbesondere zu den Kometen nicht vollständig geklärt. Dieses Projekt soll einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über die Kometenentstehung leisten und Licht in die noch offenen Fragen bringen. Daher wird das derzeitige Verständnis der frühen Sonnensystementstehung zusammengefasst und das derzeit plausibelste Entstehungsszenario für Planetesimale vorgestellt. Es werden die möglichen folgenden Entwicklungspfade vorgestellt, einschließlich der radiogenen Erwärmung und der Kollisionsentwicklung, die zu fünf möglichen Typen von Kleinkörpern führen. Die erwarteten physikalischen Eigenschaften dieser Körper werden zusammengefasst und mit Beobachtungen von Kometen verglichen. Dennoch sind mehrere Wege für die Entstehung von Kometen plausibel. Um die Verwendbarkeit der Oberflächentemperatur und der Aktivität von Kometen zur Eingrenzung der Entstehungsund Entwicklungspfade weiter zu untersuchen, wurde ein thermophysikalisches Modell entwickelt. Wir untersuchten, ob die Oberflächentemperatur zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Oberflächenstrukturen verwendet werden kann. Wir verwendeten eine makro- und eine mikroporöse Oberflächenstruktur, die sich durch ihre unterschiedliche Temperaturabhängigkeit des Wärmetransports auszeichnen. Es wurde eine Methode zur Unterscheidung zwischen diesen beiden Oberflächenstrukturen entwickelt, die auf der Beobachtung der Oberflächentemperaturen bei Sonnenaufgang bei unterschiedlicher vorheriger Sonneneinstrahlung beruht. Wir haben außerdem das thermophysikalische Modell weiterentwickelt, um die Kometenaktivität zu berücksichtigen, indem wir die Sublimation von Eis und den Auswurf von Material einbezogen haben. Bei der Untersuchung, wie sich verschiedene Modellierungsansätze auf die Ergebnisse auswirken, stellten wir fest, dass CO2-getriebene Aktivität immer zu einer Diskrepanz zu den Beobachtungen führt. Nur bei künstlicher H2O-Aktivität ergeben sich Ausgasungsverhältnisse in der richtigen Größenordnung, und nur bei reduzierter Diffusivität zeigt das Modell einen vergleichbar steilen Anstieg der Ausgasung gegenüber der heliozentrischen Entfernung. Allerdings werden die absoluten Ausgasungsraten von H2O stets unterschätzt, während die Staubproduktion stets überschätzt wird. Diese Arbeit zeigt, dass eine komplexere Modellierung erforderlich ist, um genau zu verstehen, wie die Kometenaktivität funktioniert, und um die Entstehung und Entwicklung von Kometen damit einschränken zu können. In einem einwöchigen Workshop haben wir den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den wichtigsten Aspekten der Kometenentstehung und -entwicklung sowie Beobachtungen und Laborarbeiten mit Experten aus diesen Bereichen diskutiert und offene Fragen zusammengefasst.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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