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Halswelke bei Pflaumen: Mechanismus und Einflussfaktoren

Fachliche Zuordnung Pflanzenbau, Pflanzenernährung, Agrartechnik
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 436553869
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die erzielten Ergebnisse werden wie folgt zusammengefasst: • Halswelke Früchte anfälliger Pflaumensorten weisen radiale kutikuläre Mikrorisse auf, die bei nichtanfälligen Sorten fehlen. Diese Mikrorisse führen zu übermäßiger Transpiration und Halswelke. • Eine allometrische Wachstumsanalyse ergab zwei unterschiedliche Wachstumsmuster: Erstens, Konische Sorten, zeigten während der frühen Entwicklung (Stadien I+II) ein hypoallometrisches Wachstum im Halsbereich (d. h. langsameres Wachstum als im Bereich des maximalen Durchmessers). Der Hals hat die Form eines Kegelstumpfs. Im Stadium III wurde die Halsregion dann durch hyperallometrisches Wachstum „ausgefüllt“ (d. h. schneller als im Bereich des maximalen Durchmessers). Diese Füllung erfolgt nach dem Stopp der Kutikulasynthese. Die zweite Kategorie, die runden-Sorten, verzeichnete während der gesamten Entwicklung ein symmetrisches, isoallometrisches Wachstum (alle Regionen wuchsen gleich schnell). • Konische Sorten zeigten ausgedehnte radiale Mikrorisse im Hals, aber nur wenige Mikrorisse im Griffelbereich. Im Gegensatz dazu zeigten runde Sorten insgesamt wenig Mikrorisse, ohne Unterschied zwischen Hals- und Griffelregion. • Der relative Beitrag des Xylemzuflusses zum gesamten Saftzufluss in die Frucht betrug im Stadium II ca. 79 %, im Stadium III jedoch nur 25 %. Im Gegensatz dazu betrug der Phloemsaftzufluss im Stadium II durchschnittlich 21 % des gesamten Saftzuflusses und stieg im Stadium III auf 75 %. Auch der Einstrom von saurem Fuchsin nahm im Verlauf der Entwicklung ab. Das Xylem verliert kontinuierlich die Funktionsfähigkeit. Aus den Ergebnissen der Wegaufnehmer, der Potometrie und den Farbstoffinfusionsstudien gibt es keine Hinweise auf eine Rolle der Gefäßkontinuität bei der Halswelke. • Der Zellturgor (22 ± 3 kPa) war vernachlässigbar niedrig und nicht unterschiedlich zwischen Stiel- und Griffelende im Vergleich zu den sehr negativen Werten des osmotischen Potentials am Griffelende (-3188 ± 73 kPa) und am Stielende (-3060 ± 74 kPa). Bei den meisten Sorten ist das osmotische Potential am Griffelende negativer als am Stielende. Das Fehlen eines axialen Gradienten im Zellturgor und die geringen Unterschiede im osmotischen Potential zwischen Stiel- und Griffelende machen beide Faktoren zu unwahrscheinlichen Kandidaten für die Erklärung der Halswelke.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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