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Wirkung und Bedeutung von kontaminations-bedingten Variationen der Schmelzzusammensetzung der Tweerivier und Bulhoekkop Karbonatite, Südafrika, unter besonderer Berücksichtigung ihrer SEE-Mineralisierung.

Fachliche Zuordnung Mineralogie, Petrologie und Geochemie
Förderung Förderung von 2019 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 437542348
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Karbonatite sind wichtige Lagerstätten für Seltene Erden (SEE). Dies spiegelt sich in der Tatsache wider, dass SEE-Explorationsprojekte weltweit von Karbonatiten und den dazugehörigen Gesteinsarten dominiert werden. Die außergewöhnliche Anreicherung von Seltenen Erden in karbonatitischen Schmelzen wird im Allgemeinen auf eine Kombination von Parametern zurückgeführt, darunter partielles Schmelzen angereicherter Mantelquellen mit niedrigem Grad, Kristallfraktionierung, Schmelzentmischung und hydrothermale Alteration. Die Auswirkungen der Kontamination durch Krusten- und kogenetische Gesteine als potenzieller Prozess erster Ordnung sind jedoch nur wenig erforscht. Das geförderte Projekt kombiniert Untersuchungen an den Karbonatitkomplexen Gross Brukkaros, Dicker Willem und Kieshöhe in Namibia sowie an den Karbonatitkomplexen Bulhoek, Tweerevier, Welgevonden, Nooitgedacht und Palabora in der Republik Südafrika. Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass die Wechselwirkung von Karbonatit-Magma mit silikatischem Wandgestein und Xenolithen die SEE-Mineralisierung von Karbonatiten erheblich beeinflussen kann. Dies betrifft sowohl die magmatische Mineralisierung diskreter SEE-Mineralien, die je nach Intensität der Kontamination systembedingte Veränderungen in der Art der SEE-Mineralien aufweisen kann (z. B. das spezifische Auftreten von Allanit und Britholith), als auch die magmatische Mineralisierung von SEE- haltigen Mineralien wie Apatit, die durch Kontamination (Si-beteiligte Britholith-Substitution) gezielt SEE einbauen und damit die Restschmelze an SEE verarmen. Darüber hinaus können hydrothermale, postmagmatische Prozesse bei der Umverteilung von Seltenen Erden auch stark durch das Vorhandensein von Silikaten (gebildet durch vorherigen magmatischen Xenolith-Eintrag/-Kontamination) beeinflusst werden, da mit Silizium angereicherte Fluide im karbonatreichen System unterschiedliche Ligandeneigenschaften besitzen. Die ausgewählten, oben genannten Beispiele sind dafür bekannt, dass sie eine große Variabilität an krustalen Xenolithen aufweisen (BIF, sedimentäre Dolomite, Granite, Anorthosite und Gabbros, aber auch alkalische magmatische Gesteine) und unterschiedliche Mengen an Silikatmineralen (z. B. Amphibol, Klinopyroxen, Glimmer, Tremolit) enthalten, die auf die Wirkung der krustalen Kontamination zurückgeführt werden können. Die Fallstudien von Gross Brukkaros, Dicker Willem, Welgevonden, Nooitgedacht und Palabora zeigen deutlich den Einfluss der Krustenkontamination durch verschiedene chemisch kontrastierende Verunreinigungen, während die Fallstudie von Kieshöhe den Einfluss von silikatischen Xenolithen auf die hydrothermalen und supergenen Phasen und die damit verbundenen SEE-Anreicherungen zeigt. Die Kontamination durch Krustenmaterial einer Karbonatitschmelze ist also ein Prozess erster Ordnung, der in jeder Phase der Mineralisierung und Umverteilung berücksichtigt werden muss.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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