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Kompaktmodellierung und Bauelementesimulation von Terahertz InGaAs/InP Heterojunction-Bipolartransistoren

Fachliche Zuordnung Elektronische Halbleiter, Bauelemente und Schaltungen, Integrierte Systeme, Sensorik, Theoretische Elektrotechnik
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 438512651
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Heteroübergangs-Bipolartransistoren (HBTs) besitzen die höchste Leistungsdichte und ermöglichen durch ihre extrem hohe Steilheit höchste Schaltkreisgeschwindigkeiten. Für HBTs auf Indiumphosphid-Basis (InP) wurden Grenzfrequenzen von über 1 Terahertz (THz) für die Leistungsverstärkung nachgewiesen. Für den Einsatz einer solchen Hochgeschwindigkeits-HBT-Technologie bei der Entwicklung von Schaltkreisen und Systemen in (Sub-)mm-Wellen-Anwendungen sind kompakte Transistormodelle erforderlich, die die gemessenen Transistoreigenschaften über einen weiten Arbeitsbereich (einschl. Temperatur, Frequenz und Geometrie) genau erfassen. Die traditionell sehr begrenzte Genauigkeit und Geometrieskalierbarkeit bestehender Modelle, die typischerweise im III-V-Bereich verwendet werden, verhindern eine Schaltungsoptimierung und damit die volle Nutzung der jeweiligen Technologie. In diesem Projekt wurde das Industriestandard-Kompaktmodell HICUM/L2 basierend auf TCAD- und Messdaten erweitert. Mit den vorgeschlagenen Modellerweiterungen wurde für drei der derzeit fortschrittlichsten verfügbaren InP-HBT-Technologien eine gute Übereinstimmung mit Messdaten hinsichtlich Arbeitspunkt, Frequenz (bis zu 220 GHz), Geometrie und Temperatur gezeigt. Darüber hinaus wurden mit dem Modell verschiedene Schaltkreise entworfen. Die Messdaten dieser Schaltkreise, die in verschiedenen InP-HBT-Technologien hergestellt wurden, lieferten sehr gute Ergebnisse bzgl. der Genauigkeit des Modells im Großsignalbetrieb. Die Genauigkeit des Modells ermöglichte auch die Untersuchung der Grenzen des sicheren Betriebsbereichs der HBTs und wurde zur Generierung von Referenzdaten für die Überprüfung und Kalibrierung der entwickelten TCAD-Software verwendet. Wie im Antrag gezeigt wurde, funktionierten numerisch effiziente TCAD-Programme für III-V-HBTs nicht und verhinderten so wertvolle Einblicke in die relevanten physikalischen Effekte. In diesem Projekt wurde ein Simulator für Drift-Diffusion (DD)-Transport entwickelt, in dem zwei Leitungsbänder (two-valley (2v)) und nichtlokale Transporteffekte berücksichtigt wurden. Der Simulator wurde für wichtige binäre und ternäre Verbindungshalbleiter kalibriert. Er ermöglichte somit detaillierte Einblicke in den Betrieb fortschrittlicher InP-HBTs und war eine wertvolle Referenz für die Entwicklung kompakter Modelle. Die Kombination des rechnerisch effizienten 2v-aDD- Simulators und eines aufwändigen, aber physikalisch anspruchsvolleren Boltzmann-Transportsolvers der RWTH Aachen stellt das erste umfassende und praktisch nutzbare TCAD-Framework für fortschrittliche III-V-HBTs dar, das realistische Ergebnisse liefert und alle relevanten physikalischen Effekte einbezieht ohne Konvergenzprobleme zu verursachen. Neben der Integration des Kompaktmodells in Designkits resultierten aus diesem Projekt neun Zeitschriftenveröffentlichungen, elf Konferenzbeiträge und vier Abschlussarbeiten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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