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Shaping 21st Century​ ​AI. Controversies and Closure in Media, Policy, and Research

Fachliche Zuordnung Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Soziologische Theorie
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 440899634
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt SHAPING AI hat untersucht, wie sich “Künstliche Intelligenz” als zentrale soziotechnische Institution in gegenwärtigen Gesellschaften etabliert hat und welche Rolle Kontroversen dabei gespielt haben. Das von den nationalen Förderorganisationen ANR, DFG, ESRC und SSHRC im Rahmen der Open Research Area (ORA)-Initiative finanzierte Projekt befasste sich mit der entscheidenden Dekade für diesen Prozess von 2012-2022. Mit dem rasanten Fortschritt von KI-Technologien und unter Einsatz massiver wirtschaftlicher und politischer Ressourcen ist KI in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatter und Aktivtiäten gerückt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass diese Entwicklungen soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten enorm verstärken können. Das Projekt hat diese Dynamiken in vier Ländern - Deutschland, Frankreich, Kanada und Großbritannien - untersucht. Wie haben sich Debatten um KI KI in den Medien, in der Politik und in der Forschung verändert und verschoben, und welche Akteure haben diesen Prozess geprägt? Das Projekte konnte drei Haupttrends aufzeigen, die die Integration von KI in Gesellschaft prägen. Erstens dominierten in den frühen Diskussionen über KI in den Medien und in der Politik wirtschaftliche Perspektiven und Narrative, die KI als notwendige und nützliche Ressource darstellten. In den Medien wurde KI oft im Zusammenhang mit Geschäftsmodellen und technologischen Fortschritten diskutiert und kaum als umstrittenes Thema. Zweitens nahm der Diskurs über „KI und Gesellschaft“ in Politik und Zivilgesellschaft in der Mittelphase unseres Untersuchungszeitraums (2016-2018) Gestalt an, sowohl mit Blick auf allgemeine Kritik als auch auf spezielle kontextbezogene Einsatzzwecken von KI (z. B. Gesichtserkennung, prädiktive Analysen im öffentlichen Sektor).. Drittens ist gegen Ende der Studie und mit der neuen Debatte um “Generative KI” in den Vordergrund gerückt, dass Technologieunternehmen zunehmend selbst die Mittel der KI-Kontroverse und KI-Kritik strategisch nutzen, um sich selbst als zentral für die Gestaltung der Rolle von KI in Gesellschaft zu positionieren – selbst im Hinblick auf die Kritik daran. Dies birgt die Gefahr, dass kritische Stimmen aus Aktivismus, Journalismus und Wissenschaft noch weiter marginalisiert werden. Neben der Analyse von Debatten hat sich das Projekt auch aktiv mit betroffenen Akteuren und Gruppen beschäftigt. In partizipativen Workshops in allen vier Ländern wurden Akteure - darunter Mitglieder der Zivilgesellschaft, Experten und politische Entscheidungsträger - eingeladen, ihre Ansichten über KI und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu artikulieren. Diese Workshops bereicherten nicht nur die Forschung mit unterschiedlichen Perspektiven, sondern stellten auch sicher, dass die Ergebnisse relevant und für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Durch die Förderung des Dialogs und der Zusammenarbeit trug das Projekt SHAPING AI zu einem besserem Verständnis der komplexen Rolle der KI in heutigen Gesellschaften bei.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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