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Räumliche Transformationsprozesse der Energiewende – Planungsbezogene Analyse- und Gestaltungspotenziale der Geschlechterforschung

Fachliche Zuordnung Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 440992053
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Thema des Projektes ist die Betrachtung der Energiewende als ein nachhaltigkeitsorientierter raum- und planungsbezogener sozial-ökologischer Transformationsprozess. Die Energiewende bezeichnet einen Umbau des deutschen Energiesystems bei dem insbesondere der Anteil der erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden soll. Die fortlaufenden Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen u.a. zum Ausbau der Windenergie in Deutschland sowie die mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine einhergehende Energiekrise verdeutlichen die Internationalität, Komplexität und Nichtlinearität der Prozesse, innerhalb derer räumliche Planung zu agieren hat. Aus raumplanerischer Perspektive stellen die Entstehung von sogenannten Energielandschaften sowie die Gestaltung einer raumbezogenen Governance bedeutsame Themenfelder der Energiewende dar. Diese sind aus Perspektiven der Geschlechterforschung bislang noch weitgehend unerschlossen. Dabei ist aus dem Gender Planning bekannt, dass Geschlechterperspektiven den Blick auf Marginalisierungen und Hierarchisierungen (z.B. in Bezug auf Normierungen, Wissensformen, Arbeitsbegriffe und Ökonomieverständnisse) zu lenken vermögen. Im Bezug auf eine nachhaltige Raumentwicklung leisten Geschlechterperspektiven sowohl Beiträge zu einer intra- und intergenerationellen Gerechtigkeit sowie zu einer Integration unterschiedlicher Entwicklungsdimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial, kulturell). Im theoriegeleiteten Teil des Projektes wurden – aufbauend auf eigene Vorarbeiten – intersektionale Geschlechterperspektiven auf raumbezogene Transformationsprozesse der Enerigwende formuliert. Unterschieden werden Geschlecht als Differenz-, Struktur- und Prozesskategorie sowie als epistemologische Kategorie. Ein darauf basierendes Projektergebnis ist die Entwicklung der planungsbezogenen Heuristik „EnerGesch“. Diese formuliert – für jede der vier Geschlechterperspektiven – macht- und herrschaftskritische Fragen an Energiewendeprozesse, die in empirischen Studien angewendet werden können. Im empirischen Teil des Projektes wurde der Ausbau von Windkraftanlagen im nordhessischen Reinhardswald sowie der Ausbau von Solar- und Windanlagen auf ehemaligen Braunkohleabbauflächen in Jänschwalde in der brandenburgischen Lausitz in qualitativen Interviewstudien untersucht. Obwohl die Ergebnisse regional spezifisch sind, werden die Beiträge einer sozialwissenschaftlich orientierten Energiewendeforschung deutlich: Bei der Frage, ob und inwieweit die Energiewende Beiträge zu raumbezogenen Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit leistet, gilt es aus Geschlechterperspektiven insbesondere danach zu fragen, welche Auswirkungen die Transformationsprozesse auf die geschlechtlich konnotierte Versorgungsökonomie haben, inwiefern Gewinne (un)gleich verteilt werden, welche Personen oder Wissensbestände in Planungs- und Entscheidungsprozessen eingebunden oder ausgeschlossen werden und wo und wie Dichotomien hergestellt, manifestiert oder aufgelöst werden.

Link zum Abschlussbericht

https://freidok.uni-freiburg.de/data/270092

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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