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Resilienz und Kippunkte arktischer Phytoplankton Populationen gegenüber klimawandel-induzierter Hitzewellen

Antragstellerin Dr. Klara Wolf
Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung von 2020 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 442160768
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Extremereignisse wie marine Hitzewellen sind ein Aspekt des Klimawandels, der erst in jüngster Zeit verstärkt in den Blickpunkt der Wissenschaft gerückt ist, insbesondere für die unteren trophischen Ebenen und für polare Regionen. Ziel dieses Projekts war es, zum ersten Mal die Reaktion des arktischen Phytoplanktons auf marine Hitzewellen durch eine Reihe von Experimenten an unterschiedlich komplexen Phytoplankton-Gemeinschaften, sowie deren Anpassungsfähigkeit und -mechanismen an solche schwankenden Temperaturen zu erforschen. Dies wurde mit umfangreichen Beobachtungen natürlicher arktischer Frühjahrsblüten und der Entwicklung von Methoden zur populationsgenetischen Analyse in natürlichem Kontext kombiniert, um mehr über intraspezifische Selektionsprozesse zu erfahren, die die Grundlage für evolutionäre Anpassung bilden. Meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass physiologische und adaptive Reaktionen auf marine Hitzewellen nicht einfach eine zeitlich begrenzte Version der Reaktionen auf erhöhte Temperaturen sind und daher auch nicht einfach auf der Grundlage unseres Wissens über stabile Temperaturreaktionen vorhersehbar sind. Auf allen Komplexitätsebenen, vom Einzelstamm bis zur natürlichen Gemeinschaft, habe ich beobachtet, dass nicht nur die warmen Phasen, sondern auch die Kältephasen nach einer Hitzewelle einflussreiche Momente für die Produktivität und die Zusammensetzung der Primärproduzenten waren und oft nachteiliger erschienen als die Warmphase selbst. Diese Bedeutung der Kältephasen war überraschend und erschwert das mechanistische Verständnis der Reaktionen auf Hitzewellen, ist aber besonders wichtig, da sich bisher nur wenige Studien mit diesem Aspekt der Temperaturschwankungen befasst haben. Ich hoffe daher, dass die Veröffentlichungen aus diesem Projekt als Anregung für zukünftige Forschungen auf diesem Gebiet dienen werden. Durch die Fortführung einer Zeitreihe über die Populationsdynamik arktischer Diatomeen habe ich auch einen einzigartigen Datensatz über intraspezifischen Blüteeigenschaften erstellt, die wir bald veröffentlichen werden. Sie zeigt vor allem, dass sich Populationen derselben Kieselalgenart von Jahr zu Jahr in ihrer Zusammensetzung unterscheiden, aber durch die bentho-pelagische Kopplung mit Ruhestadien aus dem Sediment zwischen den Jahren bemerkenswert gut verbunden sind. Um die intraspezifische Auflösung solcher Studien zu verbessern, bin ich noch dabei, die derzeit verwendete Mikrosatelliten-Methode zu einem detaillierteren Ansatz auf der Grundlage von Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) zu erweitern, der im Laufe des Jahres fertiggestellt werden soll und die Aussagekraft solcher Datensätze erheblich steigern könnte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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