Brandenburg 1717. Topografie eines Landes in Wort und Bild im frühen 18. Jahrhundert
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Primäres Ziel des Projekts war die Edition der Landesbeschreibung Brandenburgs aus dem Nachlass von Johann Christoph Bekmann mit den ursprünglich zugehörigen Stadtansichten. Damit wird es möglich, ein umfassenden Vorstellung vom Zustand des Landes bis zum Jahr 1717 in Wort und Bild zu erlangen. Leicht zugänglich liegen für zahlreiche Ortschaften der Mittelmark, der Grafschaft Ruppin, der Neumark sowie der südlich gelegenen Landesteile zahlreiche historischen Informationen in geordneter Form vor: Name und Altertum der Stadt, Lage, Quellen und Literatur, Mauern, Wälle, Tore, Straßen, Erweiterungen, ehemalige Befestigung, Schlösser, Festungen, Kirchen und deren äußere und innnere Beschaffenheit (Name, Struktur, Altar, Taufe, Kanzel, Orgel, Chöre, Gedächtnistafeln und Grabinschriften), Kapellen, Klöster, Geistlichkeit, Hospitäler, Gottesacker, Spinnhaus, Schulen, adlige Geschlechter, Rathaus, Personen des Magistrats, Gerichte, Anzahl der Bürgerschaft und ihre Gewerke, Jahrmärkte, Stadtwappen, Zollwesen, Gerechtigkeiten, Privilegien, Geschichte, Kriegsbegebenheiten, Feuersbrünste, Überschwemmungen, Wetterschäden, Pestzeiten, Vorstädte und auswärtige Örter, Kieze, Mühlen sowie Merkwürdigkeiten in und außerhalb der Stadt. Die mitunter sehr kunstvoll formulierten Inschriften werden im lateinischen Original und in deutscher Übersetzung präsentiert. Von ebenso hohem dokumentarischen Wert wie die Texte zu den Ortschaften sind die häufig parallel dazu überlieferten Bilder: Die 94 heute noch erhaltenene Abbildungen sind in Originalgröße reproduziert und zeigen überwiegend Veduten – von mehreren Städten sogar die ersten nachweisbaren Ansichten überhaupt. Das Manuskript beschließen Abschriften von 94 lateinischen und deutschen Urkunden. Die schon vom Autoren angelegte feingliedrige Ordnung und die vom Herausgeber erstellten Register (rund 4.600 Personen- und 1.300 Ortsnamen) erleichtern die Auswertung von Brandenburg 1717 auch auf spezielle Fragestellungen hin. Die von Bekmann verwendete Literatur wurde entschlüsselt und in der Bibliografie verzeichnet. Ein Überblickskommentar komplettiert die Edition, die erst als Text- und Tafelband im Druck und nach einer Karrenzzeit als Digitalisat erscheint. Erste Einordnung und Auswertung des Werks war weitere Ziele des Projekts und fanden bereits im Überblickskommentar ihren Niederschlag: Weswegen Bekmann mit der Landesbeschreibung beauftragt wurde, inwiefern finanzielle und konfessionelle Zwänge ihre Entstehung behinderten, auf welche Weise die Ansichten entstanden und worin deren Wert besteht, wieso der Druck 1751–1753 unvollendet blieb und was vom Gesamtwerk überliefert ist, wurde in diesem Zusammenhang ebenso untersucht wie auch das Potential der Edition für weitere Forschungen umrissen.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Brandenburg 1717. Thomas Fischbacher erweckt eine 300 Jahre alte Landesbeschreibung zu neuem Leben. In: Portal Wissen. Das Forschungsmagazin der Universität Potsdam 2 (2021), S. 88–93
Zimmermann, Matthias
