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Stadt-Land-Migration und ländliche Revitalisierung in Japan

Fachliche Zuordnung Asienbezogene Wissenschaften
Förderung Förderung von 2020 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 442984343
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Um dem Bevölkerungsrückgang und dem Arbeitskräftemangel in den ländlichen Gebieten Japans entgegenzuwirken, haben sowohl die japanische Regierung als auch die Gemeinden Programme aufgelegt, die darauf abzielen, ländliche Gebiete wiederzubeleben, indem sie neue Einwohner zum Leben und Arbeiten auf dem Lande anwerben. Obwohl die COVID-19-Pandemie die Wahrnehmung des Landlebens positiv veränderte und zu einem Anstieg der Stadt-Land-Migration geführt hat, bleibt die Gesamtzahl der Migranten gering und ist ungleichmäßig verteilt. Insbesondere Randgebiete, die weit von urbanen Zentren entfernt liegen, verzeichnen weniger Zuzüge als stadtnahe Regionen. In diesem Forschungsprojekt wurde die Stadt-Land-Migration in vier Gemeinden in Kyūshū, Japans südlichster Hauptinsel, vergleichend untersucht, um herauszufinden, wie diese die ländliche Revitalisierung beeinflusst. In keiner der vier untersuchten Gemeinden war die Zuwanderung hoch genug, um den Bevölkerungsrückgang umzukehren. Alle Gemeinden bieten ein recht ähnliches Spektrum an finanziellen Anreizen und anderen Unterstützungsprogrammen, die auf die Förderung der Migration abzielen. Mithilfe einer Kombination aus ethnografischer Forschung und Policy-Analyse, fand das Forschungsteam heraus, dass die Art und Weise, wie Regierung und Gemeinden Stadt-Land-Migration konzeptualisieren, die Selbstwahrnehmung von Migrant*innen beeinflusst und ihren Anspruch auf finanzielle und andere Unterstützung definiert. Diese Klassifizierungen stützen sich häufig auf vereinfachende Kriterien, wie z. B. den Herkunftsort von Migrant*innen und werden der Komplexität individueller Migrationserfahrungen nicht gerecht. Wir schlagen daher ein differenzierteres Verständnis von Stadt-Land-Migration vor, welches traditionelle Kategorien und Dichotomien überwindet. Stattdessen plädieren wir für ein Migrationskonzept, das flexiblere und kurzfristige Mobilititätsformen einschließt und die Fluidität gegenwärtiger Migrationsmuster anerkennt. In jeder Gemeinde haben Stadt-Land-Migrant*innen mit unterschiedlicher Aufenthaltsdauer einen Beitrag zur Revitalisierung geleistet. Viele haben eigene Unternehmen gegründet und damit die Attraktivität ihrer neuen Heimatstädte sowohl für Einheimische als auch für Touristen erhöht und gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen. Neben ihrem wirtschaftlichen Einfluss, bereichern diese Migrant*innen auch die lokale Kultur, indem sie neue und oft mobilere Lebensstile und alternative Formen von Gemeinschaft praktizieren. Auch wenn diese Veränderungen in quantitativer Hinsicht gering sein mögen, so sind sie im Hinblick auf den qualitativen Wandel, den sie im ländlichen Raum bewirken, doch bemerkenswert.

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