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Synthese, Struktur und Verformungsverhalten von superharten und gleichzeitig schadenstoleranten PVD-Dünnschichtsystemen auf der Basis nanostrukturierter nitridischer Hochentropielegierungen

Fachliche Zuordnung Beschichtungs- und Oberflächentechnik
Mechanische Eigenschaften von metallischen Werkstoffen und ihre mikrostrukturellen Ursachen
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 443649646
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das abgeschlossene Projekt beschäftigte sich mit der Charakterisierung der Schadenstoleranz als auch der thermischen Stabilität von Hochentropienitridschichten (HEN). Zu diesem Zweck wurden sechs verschiedene Schichtsysteme [(AlCrTaTiZr)N, (AlCrMoTaTiZr)N, (AlCrNbSiTiV)N, (HfNbTiVZr)N, (CrHfTiVZr)N und (HfNbTaTiVZr)N] mit dem Verfahren der DC-Vakuumbogenverdampfung abgeschieden und die Wirkzusammenhänge zwischen den Abscheidebedingungen, der resultierenden Mikrostruktur und den resultierenden mechanischen Eigenschaften erforscht. Zwei der untersuchten Schichten (AlCrNbSiTiV)N und (HfNbTaTiVZr)N wurden ausgewählt und durch den Designansatz von HEN/TiN-Multilagen modifiziert, um ihre mechanischen Eigenschaften weiter zu verbessern. An ausgewählten Schichtsystemen und Zuständen wurde die Schadenstoleranz untersucht. Dies wurde erreicht durch eine vergleichende Anwendung der mechanischen Prüfverfahren der Mikrobalkenbiegung, der in situ Zugprüfung beschichteter Substrate, des Ritztests unter Nutzung von zwei Indentergeometrien und der Anwendung des Kalottenverschleißtests. Unter Berücksichtigung der zugrundeliegenden Belastungen wurden Vergleiche der für die Prüfverfahren charakteristischen Kennwerte mit den Schichteigenschaften der Härte, dem Verhältnis aus Härte und Elastizitätsmodul, den Schichteigenspannungen und der Bruchzähigkeit aufgestellt. Weiterhin wurde die thermische Stabilität einzelner Schichtsysteme untersucht, indem diese an Laborluft und im Vakuum ausgelagert wurden. Die abgeschiedenen HEN wiesen einphasige kubisch flächenzentrierte Mikrostrukturen auf. Für drei der untersuchten Schichten (AlCrTaTiZr)N, (AlCrMoTaTiZr)N und (AlCrNbSiTiV)N wurde eine deutliche Kornfeinung mit steigender Substratvorspannung festgestellt. Dies war nicht der Fall für die drei rein refraktären Schichten: (HfNbTiVZr)N, (CrHfTiVZr)N und (HfNbTaTiVZr)N. Für einzelne Schichten ließen sich zudem Schichthärten nahe dem superharten Bereich (Härte > 40 GPa) realisieren. Korrelationen zwischen den Kennwerten der mechanischen Prüfverfahren und den Schichteigenschafen wurden aufgestellt. Es wurde gezeigt, dass die Schadenstoleranz weder durch eine einzelne Schichteigenschaft noch durch ein einzelnes Prüfverfahren abgeschätzt werden kann. Vielmehr müssen auf Grundlage der in der potentiellen Anwendung vorliegenden mechanischen Belastungen die Schichteigenschaften gezielt gewählt werden, um eine hohe Schadenstoleranz zu realisieren. Die analysierten Schichten weisen eine hohe thermische Stabilität im Vakuum auf, zeigen jedoch nach Auslagerung an Laborluft keine ausreichenden Möglichkeiten zur Oberflächenpassivierung, was zur vollständigen Oxidation der Schichten führte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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