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Chemie, Größe und morphologische Disparität von Sporomorphen: neue Wege zu einem besseren Verständnis der pflanzlichen Fossilüberlieferung

Antragsteller Phillip Jardine, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Paläontologie
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 443701866
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Sporomorphen (Pollen und Sporen) sind ein wichtiges Instrument zur Rekonstruktion von Vegetationsveränderungen in der Vergangenheit und zur Analyse der Pflanzenevolution und Paläoökologie. Aufgrund der geringen taxonomischen Auflösung von Sporomorphen und der Schwierigkeit, fossile Arten zuverlässig den heute lebenden Taxa zuzuordnen, sind robuste Einschätzungen der Biodiversität in der Vergangenheit aus sporomorphen Daten nur schwer zu gewinnen und lassen sich nur schwer mit vorhandenen Vegetationsdaten kombinieren. Ziel dieses Projekts war es, alternative Methoden zur Gewinnung von Daten aus Sporomorphen zu bewerten, die den Umfang der verfügbaren Informationen erhöhen und das Potenzial für die Integration von Daten über Zeitskalen hinweg verbessern würden. Analysen der chemischen Zusammensetzung von Sporomorphen haben gezeigt, dass es schwierig ist, vorhandene Sporomorphen so zu bearbeiten, dass sie mit Fossilien vergleichbar sind, da bei der Bearbeitung entweder die chemische Zusammensetzung der Sporopolleninwand verändert wird oder die äußeren labilen Verbindungen nicht vollständig entfernt werden. Auch diagenetische chemische Veränderungen scheinen innerhalb von mehreren hunderttausend Jahren nach der Einbettung stattzufinden, was die Integration von Daten zur Chemie von lebenden und fossilen Sporomorphen erschwert, auch wenn aus fossilen Exemplaren noch brauchbare Informationen gewonnen werden können. Die Größe der Sporomorphen ist eine einfach zu messende Variable, jedoch war es problematisch, sie mit eindeutigen Einflussfaktoren wie Klima und Genomgröße zu verknüpfen. Diese Ergebnisse sprechen daher nicht für die Verwendung der Sporomorphengröße als Grundlage für fossile Proxies. Die Analyse der Morphologie und Disparität von Sporomorphen zeigte allerdings ein hohes Potenzial für die Quantifizierung der morphologischen Entwicklung und die direkte Integration von vorhandenen und fossilen Datensätzen. Es ist jedoch wichtig, die zur Generierung der morphologischen Daten verwendeten Methoden sorgfältig zu prüfen, da diese das Endergebnis stark beeinflussen können. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass die Gewinnung aussagekräftiger Daten aus Sporomorphen keine triviale Aufgabe ist, selbst wenn neuartige Methoden eingesetzt werden. Die morphologische Analyse ist am vielversprechendsten, um neue Informationen aus dem Fossilbericht zu gewinnen. Künftige Arbeiten sollten sich darauf konzentrieren, die Triebkräfte der morphologischen Variation von Sporomorphen und die evolutionären Prozesse zu verstehen, die zu der erstaunlichen Vielfalt in der heutigen Zeit geführt haben.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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