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Berliner ForschungsInitiative für Diagnostik, Genetik und Externe Umwelteinflüsse der Schizophrenie (BRIDGE-S)

Fachliche Zuordnung Biologische Psychiatrie
Molekulare Biologie und Physiologie von Nerven- und Gliazellen
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445050869
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

BRIDGE-S untersucht genetische, umweltbedingte und phänotypische Faktoren, die zur Schizophrenie (SCZ) beitragen. Aufbauend auf der Berliner Psychose Studie (BePS) optimiert BRIDGE-S die Risikovorhersage und Subtypisierung durch erweiterte Phänotypisierung und ein modulares Studiendesign. Kohortenentwicklung: Ziel der Studie war die Rekrutierung von 1.000 SCZ-Fällen und 1.000 Kontrollen. Bis November 2024 wurde das Ziel für die Kontrollgruppe erreicht (1,171), mit 852 rekrutierten SCZ-Fällen. Die Rekrutierung neuer Probanden wurde im November 2024 abgeschlossen, die Datenerhebung wird voraussichtlich im März 2025 enden. Internationale Erweiterungen laufen derzeit in Vietnam, Nigeria und Griechenland (nicht durch die DFG finanziert). Datenerhebung: Die Teilnehmer absolvieren eine verpflichtende Kerntestung (z. B. Speichelentnahme für Genotypisierung, umfassende Fragebögen zu Umweltfaktoren, soziodemographischen, klinischen und anderen Fragen zur mentalen Gesundheit sowie optionale Module (z. B. klinische Interviews, neurokognitive Tests mit der CANTAB Schizophrenie Batterie). Ein modulares Design und die Möglichkeit zur Fernteilnahme haben die Zugänglichkeit einer Studienteilnahme erleichtert bei gleichzeitiger Sicherstellung einer hohen Datenqualität. Genomische und phänotypische Daten: Die Genotypisierung auf der Illumina Infinium Global Screening Array (GSA) Plattform liefert detaillierte SNP-Daten, aus welchen bspw. Genetische Risikowerte (PRS) für Schizophrenie berechnet werden können. Die phänotypischen Daten umfassen neurokognitive und klinische Bewertungen in Bereichen wie Emotionserkennung, Gedächtnis und psychomotorische Geschwindigkeit. Weitere quantitative Kenngrößen wie der ERS für Psychosen wurden berechnet, um kumulative Umweltrisiken zu testen (z. B. Kindheitstrauma, Cannabiskonsum). Kooperationen: BRIDGE-S kollaboriert mit Konsortien wie das Psychiatric Genomics Consortium (PGC) oder EU-GEI und fördert damit kulturell und krankheitsübergreifende Einblicke. Wissenschaftliche Leistungen: Die Studie erweitert das Verständnis von Gen-Umwelt- Interaktionen bei SCZ durch statistische Modelle (z. B. Mendelsche Randomisierung, Polygenic Risk Scores). Herausforderungen: Selbstberichtete klinische Daten erfordern oft eine Validierung anhand medizinischer Unterlagen. Die Rekrutierung von sensiblen Studienpatienten erfordert eine umfangreiche Strategie. Zukünftige Ausrichtungen: BRIDGE-S plant, die statistischen Analysen abzuschließen, internationale Kooperationen auszubauen, um Krankheitsverläufe zu untersuchen und präzisionsmedizinische Ansätze auszubauen. Zusammenfassend hat BRIDGE-S eine wertvolle Ressource geschaffen, um die Ätiologie von SCZ zu erforschen, genetische Entdeckungen voranzutreiben, Risiken vorherzusagen und Gen-Umwelt-Interaktionen zu untersuchen. Das Projekt fördert globale Zusammenarbeit und bildet die Grundlage für künftige translationale Forschung.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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