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Spurenelementkreisläufe und Flüsse im südlichen Indischen Ozean - ein Beitrag zu GEOTRACES

Fachliche Zuordnung Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445391652
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt führten wir detaillierte Untersuchungen der Wassersäule sowohl in unmittelbarer Nähe des Rainbow-Hydrothermalfeldes als auch bis zu einer Entfernung von ~ 60 km durch. Die Verteilung von Spurenmetallen (TMs, z. B., Fe, Mn, Co, Ni, Cu, Zn, Cd, Pb und Seltene Erden) und ihrer Isotope (Th, Ba, Fe) wurde in dem nicht-buoyanten hydrothermalen Rainbow-Plume bestimmt. Zusammen mit Edelgasdaten wurde das Verhalten von Spurenelementen und ihrer Isotope (TEIs) entlang der Ausbreitungsrichtung des Plumes untersucht und die Flüsse von TEIs aus dem Rainbow-Hydrothermalfeld bewertet. Unsere Daten zeigen, dass das hohe Fe/H2S-Verhältnis der Rainbow-Hydrothermalfluide die Ausfällung von Metallsulfiden einschränkte und somit die weiträumige Verfrachtung von hydrothermalen TMs in den Nordatlantik begünstigte. Insbesondere gelöstes Co verhielt sich entlang der Ausbreitungsfahne des Plumes unerwartet konservativ, während andere TMs (z. B. Fe und Mn) im Rainbow-Plume kinetisch kontrollierten Abbauprozessen unterworfen waren. Mit unseren Fe-Isotopendaten haben wir einen bisher übersehenen sedimentären Beitrag für TMs in hydrothermalen Plumes aufgedeckt, der auf Wechselwirkungen zwischen hydrothermalen Plumes und Sedimenten entlang der Ausbreitungsrichtung des Plumes hinweist. Die Sediment/Meerwasser Wechselwirkung wurde anhand der TM-Verteilung in Sedimentkernen und in Porenwasserproben weiter untersucht, die im Rahmen dieses Projekts gesammelt wurden. Wir vermuten, dass die Reaktionskinetik der untersuchten Elemente mit Sulfid der Reihenfolge Cu>Co>Zn>Fe>Ni>>Mn folgt, was sich von den Steady-State-Affinitäten dieser TMs zu Sulfid unterscheidet. Unsere Ba-Isotopendaten deuten darauf hin, dass hydrothermales Ba eine isotopisch leichte (und nicht, wie bisher angenommen, schwere) Quellenkomponente des marinen Ba-Isotopenhaushalts sein könnte. Überraschenderweise lagen die kurzlebigen Ra- und Ra- sowie die langlebigen Ra-Aktivitäten im Rainbow-Plume unter der Nachweisgrenze, was die Frage aufwirft, ob Radium nach seiner Freisetzung durch Hydrothermallösungen schnell durch Scavenging Prozesse aus der Wassersäule entfernt wird oder ob die Rainbow-Hydrothermallösungen überhaupt Radium freisetzen. Außerdem untersuchten wir die Zufuhr von TEIs in den Oberflächenozean durch atmosphärische Deposition und ihre Beziehung zu Phytoplanktongemeinschaften. Die Ergebnisse zeigen, dass die trockene Deposition zu keiner erkennbaren Reaktion des Phytoplanktons führte, während die nasse Deposition zu einer ungefähren Verdoppelung des Chlorophyll-a Gehaltes führte. Unsere Bioassay-Experimente bestätigten außerdem, dass die nasse Deposition zu einem Übergang von N-Limitierung zu N-P Co-Limitierung des Phytoplanktonwachstums führte. Die Durchführung interdisziplinärer Arbeiten im Rainbow-Hydrothermalfeld war eine Herausforderung. Dennoch haben wir die Forschungsfahrt und die anschließenden Laborarbeiten erfolgreich durchgeführt. Wir verstehen nicht nur die Quellen und das Verhalten von TMs besser, sondern haben auch Erkenntnisse über ihre Senken in Hydrothermalplumes gewonnen, die von langsamen Spreizungsrücken ausgehen. Unsere Arbeit könnte künftigen Ozeanmodellen hinsichtlich der biogeochemischen Zyklen von TMs und ihrer Auswirkungen auf marine Kohlenstoffpumpen und Klimaveränderungen nützlich sein.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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