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Etablierung einer nachhaltigen methanogenen Kohlendioxidreduktion in bioelektrochemischen Systemen und Identifizierung kinetischer und thermodynamischer Restriktionen.

Fachliche Zuordnung Hydrogeologie, Hydrologie, Limnologie, Siedlungswasserwirtschaft, Wasserchemie, Integrierte Wasserressourcen-Bewirtschaftung
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 445401355
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt wurde ein neues Konzept umgesetzt, das elektrochemische und biologische Prozesse zur Herstellung von erneuerbarem Brenngas integriert, und es wurden neue Methoden zur Prozessanalyse entwickelt. Dieses Konzept basiert auf einem neuartigen Zero-Gap-Elektrolyseur, der für einen effizienten, stabilen und langfristigen Betrieb verbessert wurde, der mit einem vergiftenden Katholyten arbeitet, der aus Abwasserbehandlungsströmen stammt. Dieser Abwasserkatholyt war auch das Wachstumsmedium für Kohlendioxid (CO2)-reduzierende Stämme von Methanogenen, die eine reichhaltige und kostenlose Nährstoffquelle darstellten. Durch die Verwendung von CO 2-reichen Rauchgasen, die auch in Kläranlagen anfallen, lässt sich dieser Power-to-Gas-Ansatz ausschließlich mit Abfallsubstraten umsetzen. Darüber hinaus basiert der hier gewählte Sulfidkathodenkatalysator auf reichlich vorhandenen Mineralien. Das System konnte über 120 Tage lang mit denselben Elektroden betrieben werden, wobei eine durchschnittliche Energieeffizienz von über 40 % und eine tägliche Produktion von bis zu 1700 LN CH4 m-2Elektrode erreicht wurde. Auf diese Weise erreichte diese Powerto-Gas-Route, die den Energie- und den Wassersektor miteinander verbindet, Leistungsparameter, die den Anforderungen praktischer Anwendungen sehr nahekommen. Bei der Entwicklung dieses Konzepts wurden verschiedene Prozesse und Phänomene durch eine iterative Durchführung von Experimenten und eine modellgestützte Datenanalyse untersucht. Dies führte zu einem neuartigen elektrochemischen Zellendesign mit einem Pentlandit als Kathodenkatalysator für die Wasserstoffentwicklungsreaktion. Eine poröse Transportschicht direkt über der Elektrode sorgte für eine teilweise Trennung zwischen biologischen und elektrochemischen Prozessen. Dadurch wurde eine kathodische Biofilmbildung vermieden, aber der Transport von Wasserstoff (H 2) in die flüssige Phase ermöglicht, die kontinuierlich mit einem Bioreaktor ausgetauscht wurde. Es wurden verschiedene Designs für diese biologische Einheit getestet, wobei ein mit Aktivkohle gefüllter Säulenreaktor die maximalen CH4-Produktionsraten ermöglichte. Durch den Einsatz von Festbettreaktoren verschob sich das Mikrobiom hin zu einer Dominanz der Gattung Methanospirillum anstelle der Gattungen Methanobacterium und Methanobrevibacter, die in Reaktoren mit suspendierter Biomasse am häufigsten vorkamen. Ein umfassendes Verständnis des H2-Produktions-Verbrauchs-Zyklus ist für die weitere Verbesserung dieses entwickelten Systems von grundlegender Bedeutung. Daher wurde eine modellbasierte Schätzung der Verfügbarkeit von Elektronendonatoren (d. h. H2) auf Zellebene auf der Grundlage der Analyse der Häufigkeit stabiler Kohlenstoffisotope (δ 13C) entwickelt. Dieses Modell beinhaltet einen thermodynamisch abhängigen Selektivitätsfaktor für die biologische Aufnahme von schweren stabilen Kohlenstoffisotopen mit zusätzlichen Isotopeneffekten für Ionengleichgewichte und Massengasübertragung. Daher werden die für die biologische Aufnahme verfügbaren H2-Konzentrationen anhand der durch die Simulationen ermittelten freien Gibb-Energie geschätzt, wobei δ13C-Messungen im Luftraum des Systems zur Kalibrierung verwendet wurden. Zur Analyse des experimentell Systems wurden in diesem mechanistischen Modell auch HER- und Sauerstoffentwicklungsreaktionen mit Hilfe einer Mehrkompartiment-Implementierung berücksichtigt. Dadurch wurden die Hauptreaktionen sowie die diffusiven, konvektiven und Ionenmigrations-Massentransportprozesse des experimentellen Systems dargestellt.

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