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Einfluss einer mPGES-1 Inhibition bei der Regeneration gestörter Peristaltik nach ureteraler Obstruktion am Mausmodell

Antragstellerin Dr. Alina Reicherz
Fachliche Zuordnung Reproduktionsmedizin, Urologie
Förderung Förderung von 2020 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 447617010
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Eine Obstruktion des Harnleiters z.B. durch einen Harnleiterstein behindert den Urinabfluss und führt zu einer Hydronephrose und einem Hydroureter. Während in der Vergangenheit hauptsächlich die Auswirkungen einer Obstruktion auf die Niere erforscht wurden, untersuchten wir die Auswirkungen einer Obstruktion auf den Harnleiter am Mausmodel. Wir konnten nachweisen, dass eine Obstruktion die Harnleiterperistaltik signifikant reduziert, sich die Peristaltik nach Desobstruktion jedoch partiell erholt. Die histomorphologische Auswertung und Analyse der Proteinexpression zeigte, dass eine Obstruktion eine akute inflammatorische Reaktion triggert. Nach zwei- und siebentätiger Obstruktion war eine Infiltration des Harnleitergewebes mit immunkompeteten Zellen und eine Hyperämie nachweisbar; Inflammatorische Zytokine und Chemokine waren erhöht. Nach 7-tägiger Obstruktion wiesen wir Zeichen einer chronischen Inflammation mit profibrotischen Milieu nach. Entsprechend wiesen wir fibrotische Veränderungen im Harnleiter und Enzymen assoziiert mit Gewebsumbau bei Wundheilungsprozessen nach. Acht Tage nach Ende der siebentägigen Obstruktion war eine Fibrosierung der Tunica muscularis und Adventitia des obstruierten Harnleiters nachweisbar. Der strukturelle Gewebsumbau legt eine langfristige funktionelle Schädigung des Harnleiters durch Obstruktion nahe. Bemerkenswerterweise waren in den kontralateralen Harnleitern immunkompetente Zellen und inflammatorische Zytokine und Enzyme, assoziierte mit Gewebsumbau, nachweisbar. Die Ergebnisse deuten auf eine systemische Inflammation durch Obstruktion hin. In Folge untersuchten wir pathophysiologische Veränderungen durch eine Harnleiterschieneneinlage im Harnleiter am Schweinemodel. Histomorphologisch wiesen wir eine akute inflammatorische Reaktion durch Harnleiterschieneneinlage und strukturelle Veränderungen im Harnleiter nach. Sieben Tage nach Harnleiterschienenentfernung war eine Fibrosierung der Tunica muscularis und Adventitia nachweisbar. Wir konnten zeigen, dass eine urotheliale-mesenchymale Transition, ein zellärer Prozess assoziiert mit Wundheilung bei dem sich urotheliale Zellen temporär in Fibroblasten umwandeln, zu einer Fibrosierung des Harnleiters bei Schieneneinlage beiträgt. Auch im Schweinemodel zeigte sich ein milder Effekt auf den kontralateralen Harnleiter. Funktionelle Einschränkungen im kontralateralen Harnleiter durch Harnleiterschienung sind weiter Gegenstand der Untersuchung. Die Studienergebnisse erweitern unser Verständnis für die pathophysiologischen Veränderungen durch Harnleiterobstruktion und -schienung. Da ebendiese mit einer signifikanten Morbidität verbunden sind, ist ein erweitertes Verständnis essenziell für therapeutische Ansätze. Die Studienergebnisse zu den pathophysiologischen Veränderungen einer Harnleiterobstruktion auf den Harnleiter wurden beim NRWgu und AUA als Postervortrag vorgestellt und mit dem experimentellen Posterpreis beim NRWgu und Best Posters Award beim AUA prämiert. Buchkapitel zu pathophysiologischen Veränderungen im Harnleiter durch Obstruktion und Harnleiterschienung wurden für die Neuauflage von The Ureter: A comprehensive Review des Springer Verlags verfasst.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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