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Zeit und Lernen im Erwachsenenalter. Zur Rekonstruktion von Zeitlichkeiten und Zeitmodalitäten in differenten Lernsettings der Weiterbildung.

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 448214507
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Forschungsprojekt untersucht, welche Rolle Zeit für Lernen im Erwachsenenalter spielt, wenn dort – anders als in Kindheit und Jugend – keine festgelegten Zeitinstitutionen für Bildung (z.B. Schulpflicht) greifen. Wird Lernen nicht lediglich als lebensbegleitendes Geschehen en passant angenommen, muss Zeit für Weiterbildung immer wieder ausgehandelt, strukturiert und in den Alltag integriert werden. Zugleich zeigt die empirische Forschung zum Weiterbildungsverhalten, dass Zeitkonflikte (z.B. mit familiären oder beruflichen Verpflichtungen), aber auch fehlende rechtliche Anspruchsmöglichkeiten (wie in Bildungszeitgesetzen) entscheidende Barrieren der Teilnahme bilden. Von zentralem Interesse ist daher, wie und mit welchen Wirkungen Lernzeit praktisch realisiert und individuell erfahren wird und welche unterschiedlichen Zeitqualitäten sich in den verschiedenen Lernsettings von Weiterbildung eröffnen. Im Forschungsprojekt werden dazu Wechselwirkungen zwischen temporalen Strukturen und Praktiken (kollektive Zeitlichkeiten) und Zeiterfahrung bzw. -gestaltung im Lernen der Teilnehmenden (individuelle Zeitmodalitäten) untersucht. Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen kollektiven Zeitlichkeiten und individuellen Zeitmodalitäten aus einer relationalen, praxistheoretischen Perspektive zu analysieren, statt Zeit als lediglich technologisch-operative Entität oder naturgegebene Größe a priori anzunehmen. Dazu verwendet die empirische Untersuchung ein qualitativ-rekonstruktives, multimethodisches und multiperspektivisches Forschungsdesign: Teilnehmende Kursbeobachtungen richten sich auf die Rekonstruktion der Zeitlichkeiten, indem Kurse aus drei, hinsichtlich ihrer Zeitstrukturen grundsätzlich differenten Lernsettings systematisch verglichen werden (intensive ‚Blockwoche‘, ‚Tages- bzw. Abendkurs‘ sowie der zunehmend an Bedeutung gewinnende ‚Onlinekurs‘). Durch narrative Interviews mit Kursteilnehmenden kommen individuelle Zeiterfahrungen und unterschiedliche Qualitäten im Lernzeiterleben in den Blick (Zeitmodalitäten). Eine integrierende Analyse fokussiert schließlich mehrebenenanalytisch das Zusammenspiel fallspezifisch und fallübergreifend. Die Dokumentarische Methode bietet hierfür den geeigneten methodologischen Rahmen und methodische Vorgehensweisen, mittels (einzelfallanalytischer und komparativer) Rekonstruktion impliziter Wissens- und Erfahrungsbestände der spezifischen Herausforderung des Forschungsgegenstands Zeit methodisch angemessen zu begegnen. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens tragen dabei sowohl zur Grundlagenforschung im Bereich Zeit und Lernen bei (die jenseits der Erwachsenenbildung auch Anregungen für die Bildungsund Erziehungswissenschaft insgesamt bietet), sie können zudem an der Klärung des Phänomens der (Nicht-)Teilnahme an Weiterbildung jenseits soziographischer und -ökonomischer Merkmale mitwirken.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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