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Fehleranalyse und -reduktion bei der präzisen Bahnbestimmung von Altimetriesatelliten (MEPODAS)

Antragstellerinnen / Antragsteller Dr.-Ing. Denise Dettmering; Dr. Sergiy Rudenko
Fachliche Zuordnung Geodäsie, Photogrammetrie, Fernerkundung, Geoinformatik, Kartographie
Förderung Förderung von 2020 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 448559532
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die hochgenaue Bestimmung und Überwachung des Meeresspiegels und seiner Veränderungen ist nur möglich, wenn die Positionen der verwendeten Altimetersatelliten sehr genau bekannt sind. In den letzten 30 Jahren wurden erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung der Bahngenauigkeiten von Altimetersatelliten erzielt, wodurch sich die Qualität ihrer radialen Komponente von Dezimetern bis in den Subzentimeter hinein verbessert hat. Ziel von MEPO- DAS war es, die derzeitigen Ungenauigkeiten in der präzisen Bahnbestimmung (POD) von Altimetersatelliten zu quantifizieren, die Auswirkungen verschiedener Modelle und Parametrisierungen auf die POD-Genauigkeit zu untersuchen und Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung der Bahnqualität dieser Satelliten zu finden. Vergleiche aktueller Bahnlösungen von Altimetersatelliten zeigen, dass die Satellitenpositionen der aus DORIS- und GPS-Beobachtungen abgeleiteten Bahnen für Jason und Sentinel-3 Missionen in radialer Richtung bis auf 0.4–1.0 cm (RMS) übereinstimmen, für die ältere TO- PEX/Poseidon Mission sind es 1.9 cm. Im Laufe der Jahre, verbesserte sich die Standardabweichung der radialen Fehler dabei von 1.14 cm (GDR-C) auf 0.98 cm (POE-F). Ursachen für die derzeit verbleibenden POD-Fehler bei diesen niedrigfliegenden Satelliten sind nicht-lineare geodätische Stationsbewegungen, zeitliche Schwerkraftänderungen, die inhomogene Verteilung der SLR-Bodenstationen und Schwierigkeiten bei der Modellierung nicht-gravitativer Kräfte, wie z. B. die Selbstabschattung der Satelliten und stations- und satellitenspezifische systematische Fehler. Das Projekt hat gezeigt, dass zur weiteren Steigerung der Bahnqualität die Weiterentwicklung der POD-Hintergrundmodelle sowie mögliche Verbesserungen der geodätischen Beobachtungsysteme angestrebt werden sollte. Um die derzeit verbleibenden Fehler in den Altimeterpositionen zu verringern, ist darüber hinaus eine regelmäßige (mindestens einmal all 5–6 Jahre) Neuberechnung der Referenzrahmenrealisierungen sowie der zeitvariablen Schwerefeldmodelle erforderlich, wobei alle Daten bis zurück ins Jahr 1992 einbezogen werden sollten. Auch die Schätzung von stations- und satellitenspezifischen Rangebiases (RB) in SLR-Analysen ermöglicht eine Abschwächung der verbleibenden Fehler. Allerdings sollte man bei der Schätzung von bogenweisen RBs pro Station vorsichtig sein, da einige wichtige geophysikalische Informationen in radialer Richtung des Orbit-Systems und der Stationshöhen durch häufig geschätzte RBs absorbiert werden können. Die Entwicklung verbesserter Modelle für die Modellierung nicht-gravitativer Kräfte unter Berücksichtigung von Selbstabschattungseffekten und thermischer Dissipation wird die Bahnfehler zusätzlich reduzieren. Weitere Anstrengungen sollten unternommen werden, um geographisch korrelierte Fehler durch homogenere geodätische Beobachtungsnetze zu reduzieren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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