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Entschlüsselung der exotischen Chemie von Hochdruck-Stickstoffverbindungen

Antragstellerin Professorin Dr. Natalia Dubrovinskaia, seit 2/2022
Fachliche Zuordnung Festkörper- und Oberflächenchemie, Materialsynthese
Anorganische Molekülchemie - Synthese, Charakterisierung
Experimentelle Physik der kondensierten Materie
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 456543021
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Stickstoffverbindungen gehören zu den interessantesten Festkörpersystemen der heutigen Materialforschung und zeigen eine faszinierende Vielfalt an elektronischen und mechanischen Eigenschaften. Monoatomare Verbindungen des Stickstoffs offenbaren eine der höchsten bekannten Energiedichten und extrem starke N-N Bindungskräfte. Trotz der hervorragenden Eignung als technologische Zukunftsmaterialien sind Stickstoffverbindungen eher exotisch und zählen nur 4% aller bekannten Festkörper in der ICSD Datenbank. Eine Herstellung dieser Verbindungen durch standardisierte Syntheseverfahren ist weitestgehend nicht möglich aufgrund der hohen Stabilität der kovalenten Bindung der N2 Moleküle. Die Entwicklung neuartiger Herstellungsmethoden führt jedoch zur Entdeckung vieler neuer Stickstoffbasierter Festkörper. Diese Entwicklungen sind auf neuartige Hochdrucksyntheseverfahren zurückzuführen, die es ermöglichen neue chemische Prozesse und physikalische Phänomene zu entdecken. Durch Hochdruckuntersuchungen stickstoffhaltiger Verbindungen mit (Erd-) Alkali- und Übergangsmetallen ist es gelungen eine erste Generation neuartiger Stickstoffverbindungen zu synthetisieren. Die durch hohe Drücke hervorgerufene Bildung anionischer Stickstoffdimere ([N2]x-), polydiazenediyls ([N4]2-), cis-tetranitrogens ([N4]4-) und pentazolates ([N5]-) veranschaulicht die Vielfältigkeit stickstoffbasierter chemischer Hochdruckverbindungen. Um so mehr erstaunlich ist, dass, mit Ausnahme des polydiazenediyls, alle Vielfachstickstoffe nach der Synthese bei hohen Drücken und Tempertaturen auch unter Normalbedingungen stabil bleiben, was das technologische Potenzial dieser Verbindungen weiter verstärkt. Ziel dieses Forschungsprojekts war die Untersuchung des Hochdruckverhaltens von Stickstoff in Verbindung mit ausgewählten Elementen, die Synthese neuer Materialien, die unter hohen Drücken bislang noch nicht beobachtet wurden, sowie die Erforschung ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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