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Experimentelle Untersuchungen zum Zusammenhang von Geschlechterunterschieden in der Bewerbung kreativer Ideen und Diskriminierung

Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 456592273
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Frauen sind in innovationsbezogenen Positionen weiterhin unterrepräsentiert und diejenigen, die in solchen Rollen tätig sind, stehen oft vor Ungleichheiten beim Zugang zu kritischen Ressourcen wie Startkapital oder Forschungsgeldern. Diese Geschlechterungleichheit anzugehen, ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern bietet auch die Möglichkeit, Innovation und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. In diesem Forschungsprojekt untersuchen wir Geschlechterunterschiede in der Eigenwerbung und zeigen, dass die Einbeziehung schriftlicher Eigenwerbung in Entscheidungskontexten nicht zur Entstehung von Geschlechterungleichheit beträgt, sondern im Gegenteil sogar bei dem Abbau von Geschlechterungleichheit hilfreich sein kann. Um Einblicke zu gewinnen, führen wir eine Reihe von experimentellen Studien durch, die alle einem ähnlichen zweistufigen Verfahren folgen. In der ersten Stufe erledigen Arbeiter eine Aufgabe und verfassen eine kurze Eigenwerbung über ihre Leistung. In der zweiten Stufe wählen Entscheidungsträger zwischen Arbeitern. Arbeiter verdienen mehr Geld, wenn sie von einem relevanten Entscheidungsträger ausgewählt werden, während Entscheidungsträger nur dann mehr verdienen, wenn es ihnen gelingt, die leistungsfähigen Personen zu wählen. Der Hauptteil dieses Projektes besteht aus drei Teilprojekten. Im ersten Teilprojekt analysieren wir, ob Eigenwerbungen zu Geschlechterunterschieden im Erfolg (in der Wahrscheinlichkeit eines Arbeiters vom Entscheidungsträger gewählt zu werden) führt. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Einbeziehung schriftlicher Eigenwerbung in Entscheidungsprozesse keine Geschlechterunterschiede im Erfolg erzeugt und daher nicht zur Unterrepräsentation von Frauen beiträgt. Stattdessen kann die Einbeziehung von schriftlicher Eigenwerbung sogar dazu beitragen, bestehende Geschlechterunterschiede zu reduzieren. Im zweiten Teilprojekt analysieren wir, wie Ungleichheit zwischen Arbeitern (Diskriminierung) und Quoten Eigenwerbung beeinflussen. Zwar passen Arbeiter ihre Eigenwerbung als Reaktion auf Ungleichheit ohne Quote an. Die Implementierung einer Quote zur Reduzierung dieser Ungleichheit hat allerdings keine signifikanten Auswirkungen auf Eigenwerbung. Somit finden wir keine Evidenz für unerwünschte Effekte von Quoten auf die Eigenwerbung. Im dritten Teilprojekt analysieren wir wie sich Beratung (wie zum Beispiel im Kontext von Mentoring häufig relevant) auf die Eigenwerbung der Arbeiter auswirkt. Wir stellen fest, dass Beratung im Durchschnitt zu vorteilhafterer Eigenwerbung führt. Besonders Frauen mit hohem Potenzial profitieren von reaktiver Beratung, die nach einer ersten Selbsteinschätzung erfolgt. Zusammenfassend legen unsere Ergebnisse nahe, dass schriftliche Eigenwerbung nicht zu Geschlechterungleichheiten führt, sondern möglicherweise bestehende Geschlechterunterschiede mildern kann. Darüber hinaus scheinen Quoten keinen negativen Einfluss auf das Eigenwerbungsverhalten benachteiligter Personen zu haben. Außerdem kann Beratung —wie sie häufig in Mentoring-Umgebungen stattfindet— helfen, die Eigenwerbung zu verbessern. Insbesondere reaktive Beratung scheint geeignet, den Erfolg von Frauen mit hohem Potenzial effektiv zu steigern.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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