Detailseite
Projekt Druckansicht

Den Zusammenhang von Gasdiffusionskinetik und Embolieausbreitung im Xylem von Angiospermen verstehen, unter Einbeziehung von Physiologie, Anatomie und Modellierungen

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 457287575
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Projekt untersuchte den Safttransport im Holz von Blütenpflanzen. Sonnenenergie treibt diesen Prozess an, wobei Kohäsionskräfte zwischen Wassermolekülen den Transport unter negativem Druck ermöglichen. Wasserleitende Zellen (Gefäße) sind für Gas durchlässig, das als Gasphase oder gelöst im Saft vorliegt. Gasbewegung in Gefäßen beeinflusst die Transporteffizienz und Sicherheit, da Embolien (gasgefüllte Transportwege) den Saftfluss blockieren können. Das Verständnis dieses Prozesses ist wichtig für die Bewertung der Trockenheitsresistenz. Dieses Projekt untersuchte, wie Änderungen im Gasdruck und in der Gaskonzentration mit der Emboliebildung zusammenhängen. Durch Laborversuche, anatomische Beobachtungen und Modellierungen analysierten wir die Gasbewegung durch Zellwände, den Gasgehalt im Saft und die Embolieausbreitung. Pneumatische Experimente verfolgten den Gaseintritt in aufgeschnittene Äste, während Strömungszentrifugen-Tests mit Stammsegmenten zeigten, dass Embolien über Zellwandporen zwischen Gefäßen übergehen. Der axiale Gastransport war ca. 200-mal schneller als der radiale, hauptsächlich aufgrund der Gefäßanatomie. Da die axiale Gasdiffusion über 15 cm Minuten dauert, zeigten wir, dass Emboliebildung nicht nur durch negativen Druck gesteuert wird. Die Berücksichtigung der Zeit als Faktor verbesserte die Messung der Embolieresistenz um ca. 8,5 %. Experimente an lebenden Pflanzen zeigten tägliche Muster in der Menge des extrahierbaren Gases, mit höheren Werten bei hoher Transpiration. Diese Schwankungen deuten auf Veränderungen in der Gasübersättigung hin, jedoch bleibt ihr Einfluss auf die Emboliebildung unklar. Wir untersuchten diesen Zusammenhang durch lipidbeschichtete Nanoblasen und Mehrphaseninteraktionen zwischen Saft, Gas und polaren Lipiden – ein Bereich, der weiter erforscht wird. Anatomische Daten und Experimente wurden durch Modellierungen ergänzt, um die Gasbewegung im Holz besser zu verstehen. Obwohl Emboliebildung nicht allein von der Gasdiffusion abhängt, zeigten unsere Modelle eine starke Übereinstimmung mit experimentellen Ergebnissen. Zudem entwickelten wir ein pneumatisches Modell zur automatisierten Messung der Embolieresistenz. Der hydraulische Widerstand an Knotenpunkten, Stammverzweigungen oder Übergängen zwischen Stamm und Blatt konnte nicht quantifiziert werden. Erste Daten deuten darauf hin, dass es entlang eines einzelnen Baumes vom Wipfel bis zur Basis keine wesentlichen hydraulischen Engpässe gibt. Dieses Projekt führte zu 13 begutachteten Veröffentlichungen. Ergebnisse wurden auf nationalen und internationalen Konferenzen präsentiert und durch „sprechende Bäume“ im Botanischen Garten der Universität Ulm sowie in der Stadt Ulm vermittelt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung