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Soziohydrologische Analyse der Dürreresilienz sudanesischer Sahel Farmsysteme (SHADRESS)

Fachliche Zuordnung Physische Geographie
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 457478151
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die trockenen und halbtrockenen Gebiete des Sudan (ca. 1,03 Millionen km 2) machen ein Drittel der afrikanischen Sahelzone aus. Sie sind für die Nahrungsmittelproduktion von wesentlicher Bedeutung. Die zunehmende Variabilität der Niederschläge und des Nilflusses im Zuge des Klimawandels und die steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln gefährdet die Ernährungssicherheit. Dürre stellt ein Hauptrisiko für Ernteausfälle dar. Das Verständnis der Beziehungen zwischen den natürlichen und gesellschaftlichen Wechselwirkungen in diesem sozio-hydrologischen System ist von entscheidender Bedeutung, um die Resilienz gegen Dürre zu verbessern und die Belastung natürlicher und sozialer Systeme zu verringern. Ein klares Verständnis des Dürrerisikos für Nutzpflanzen, der gesellschaftlichen Fähigkeit zur Bewältigung und der Möglichkeiten zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Dürre ist unerlässlich. Wir haben einen neuen Ansatz entwickelt, um die soziohydrologische Widerstandsfähigkeit gegen Dürre zu quantifizieren, indem wir verfügbare boden- und satellitengestützte Daten und Produkte mit zwei strukturierten Erhebungen in landwirtschaftlichen Betrieben kombinieren, die drei Anbausysteme berücksichtigen: traditioneller Regenfeldbau, mechanisierter Regenfeldbau und Bewässerungsfeldbau. Es wurden neue Dürreindizes entwickelt und kartiert, um zu untersuchen, wie sich die zeitlichen und räumlichen Dürrevariationen auf die Anbauflächen auswirkten und ggfls. für den Anbau unbrauchbar machten. Diese Indizes wurden zur Bewertung des Dürrerisikos für zwei wichtige Grundnahrungsmittel (Sorghum und Hirse) verwendet. Mit Hilfe einer neu entwickelten Smartphone-App und unter Nutzung bestehender Kooperationsnetzwerke wurde eine Erhebung von Managementstrategien verschiedener landwirtschaftlicher Akteure durchführt, der einen bestehenden Datensatz ergänzt. Beide Erhebungen liefern Daten zur Wahrnehmung biophysikalischer Dürrerisiko, über Anpassungs- und Managementstrategien, mögliche Interventionen die von Beratungsdiensten oder politischen Entscheidungsträgern erwartet werden sowie sozioökonomischen Faktoren, die diese Wahrnehmungen und Bewältigungs- /Anpassungsstrategien bestimmen. Die ältere Erhebung wurde von 2016 bis 2022 für ~1100 Haushalte mit ~30 Fragen durchgeführt. Die zweite Erhebung wurde von Juli 2022 bis Mai 2024 mit der o.g. App durchgeführt (> 70 Fragen) um detailliertere und verortete Daten zu erhalten. Mit Antworten von > 1900 Akteuren steht nun ein einzigartiger, räumlich verteilter Datensatz zur Verfügung, der in Umfang und Breite einmalig ist und Grundlage für weitere Untersuchungen liefert. Mit dem älteren Datensatz und unter Verwendung von Ansätzen des maschinellen Lernens wurden erste Analysen zu Bestimmungsgrößen der Entscheidungsfindung der Landwirte zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit in einem dürregefährdeten Gebiet durchgeführt. Zusammen mit Faktoren, die die Anpassung behindern und mit Informationen über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit, lieferten die Ergebnisse Einblicke in die Ursache-Wirkungs-Beziehungen in Bezug auf die Dürreanfälligkeit und unterstützen die Entwicklung von Anpassungsstrategien.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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