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Mental Illness as Cultural Narrative: Contemporary Literature from the Contact Zones between the U.S., Canada, and the Caribbean

Subject Area European and American Literary and Cultural Studies
African, American and Oceania Studies
Term from 2021 to 2024
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 457488147
 
Final Report Year 2025

Final Report Abstract

Das Forschungsprojekt verfolgte das Ziel, mentale Erkrankungen in der zeitgenössischen Literatur aus den Kontaktzonen zwischen den USA, Kanada und der Karibik als kulturelles Narrativ zu untersuchen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Repräsentation mentaler Gesundheit und deren Verknüpfung mit soziokulturellen, politischen und historischen Kontexten gelegt. Ein zentraler Ansatz war die Frage, wie literarische Werke aus diesen Regionen mentale Erkrankungen darstellen und wie diese Darstellungen gesellschaftliche und kulturelle Dynamiken widerspiegeln. Dabei wurde gezeigt, dass psychische Erkrankungen nicht nur individuelle medizinische Phänomene sind, sondern eng mit historischen, sozialen und kulturellen Kontexten verwoben sind. Die erzielten wissenschaftlichen Fortschritte sehen wie folgt aus: 1. Psychische Erkrankungen als kulturelle Konstrukte. 2. Kontaktzonen als Orte des kulturellen Austauschs und Konflikts. 3. Interdisziplinäre Perspektiven. Bewusstsein für psychische Gesundheit: Die Ergebnisse des Projekts können dazu beitragen, das Bewusstsein für mentale Gesundheit in unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu fördern. Indem es literarische Perspektiven beleuchtet, bietet das Projekt einen empathischen Zugang zu den Erfahrungen marginalisierter Gruppen und unterstreicht die Bedeutung kultureller Sensibilität im Umgang mit psychischen Erkrankungen. Förderung von Inklusion: Durch die Analysen von Narrativen, die Diskriminierung und Stigmatisierung thematisieren, liefert das Projekt Impulse für inklusivere gesellschaftliche Debatten. Es zeigt, wie Literatur als Werkzeug genutzt werden kann, um Vorurteile zu hinterfragen und Verständnis für komplexere Themen wie Trauma und mentale Gesundheit zu schaffen. Dies erscheint insbesondere wertvoll auch für Deutschland im Hinblick auf dessen wachsende gesellschaftlich-kulturelle Diversität als Einwanderungsland und dem Zuhause von Geflüchteten. Neue Impulse für Bildung und Therapie: Die Erkenntnisse über die Verbindung von Kultur, Geschichte, mentaler Erkrankungen und Gesundheit können in Bildung und Therapie einfließen. Lehrende und Therapeut*innen können von literarischen Beispielen profitieren, um kulturelle Unterschiede und historische Belastungen besser zu adressieren. Auch im Hinblick auf die medizinische Ausbildung unterstreicht dieses Projekt die Notwendigkeit eines dringend notwendigen kulturellen Ansatzes für Diagnostik, Behandlung und Therapie. Das Projekt unterstreicht somit, wie Literatur nicht nur gelebte Erfahrungen und am eigenen Körper erfahrene Erlebnisse widerspiegelt, sondern auch als Schlüssel zur Bewältigung und zum Verständnis von gesellschaftlichen Herausforderungen dienen kann. Eine zentrale Überraschung war die Vielfalt der Darstellungsweisen von psychischen Erkrankungen in den literarischen Texten, die weit über die individuellen Erfahrungen hinausgingen und kollektive Traumata, historische Gewalt und soziale Ungleichheiten in den Vordergrund rückten. Ein weiteres unerwartetes Ergebnis war die enge Verbindung zwischen narrativen Formen und kulturellen Kontexten: Während in der karibischen Diaspora oft die spirituelle und intergenerationale Dimension von Trauma betont wurde, reflektierten die nordamerikanischen Kontexte stärkere Auswirkungen kapitalistischer Individualisierung und sozialer Isolation auf mentale Gesundheit auf Grund von migratorischer Mobilität und/oder der der zweiten Generation. Diese Unterschiede zeigten, wie stark kulturelle Narrative psychische Erkrankungen prägen. Zudem zeigte sich überraschend, dass literarische Werke nicht nur diagnostische Analysen bieten sondern oft auch alternative Wege der Heilung und Resilienz vorschlagen, die westliche, medizinisch geprägte Vorstellungen von Therapie hinterfragen. Diese unerwarteten Einsichten erweitern nicht nur das Verständnis von “Mental Illness” als kulturellem Narrativ, sondern laden dazu ein, globale und interkulturelle Perspektiven stärker in den Diskurs nicht nur über psychologische Konditionen sondern Gesundheit in einem holistischeren Sinn einzubinden.

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