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Eine neue Perspektive auf das Amphibiensterben aufgrund des globalen Wandels: Subletaler Umweltstress als Ursache für schleichende Populationsrückgänge

Antragstellerin Dr. Katharina Ruthsatz
Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 459850971
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Ziel des Projekts bestand in der Untersuchung der Rolle subletaler Umweltstressoren für den für den Rückgang der Amphibienpopulationen. Dazu wurden insbesondere die kurzund langfristigen Effekte von Temperaturschwankungen und Nitratbelastungen auf morphologische, physiologische, endokrinologische, immunologische und genetische Stress-Biomarker analysiert. Des Weiteren zielte das Projekt darauf ab, die Akklimatisierungsfähigkeit von Amphibien in verschiedenen Entwicklungsstadien mit Hilfe experimenteller und meta-analytischer Ansätze zu untersuchen. Zu diesem Zweck führten wir Experimente durch, in denen verschiedene Lebensstadien des Grasfrosches (Rana temporaria) einer Kombination aus umweltrelevanten Nitratkonzentrationen und Aufzuchttemperaturen ausgesetzt wurden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Umweltstressoren die Entwicklung von Amphibien beeinflussen können, was zu negativen synergetischen Effekten auf Wachstum, Gesundheit und Überleben führt. Es zeigte sich, dass eine Stressexposition in den frühen Entwicklungsstadien zu langfristigen Auswirkungen auf die Leistung von Amphibien führen kann. Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass das "Stresshormon" Corticosteron (CORT) eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung der Effekte spielt. In einer Studie konnten wir zeigen, dass das Darmmikrobiom von Amphibienlarven eine zentrale Rolle bei der Abschwächung dieser schädlichen Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit der Larven spielen könnte. Es wurde jedoch gezeigt, dass diese Pufferkapazität in Kombination mit zusätzlichem thermischem Stress beeinträchtigt wird (veröffentlicht in dem Journal Proceedings of the Royal Society B, 2024). Darüber hinaus haben wir ein systematisches Literaturreview sowie quantitative Analysen zu phylogenetischen, ontogenetischen und biogeografischen Mustern der Akklimatisationsfähigkeit von Amphibien durchgeführt. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass Amphibien über alle Lebensstadien hinweg eine mäßige Akklimatisierungsfähigkeit aufweisen. Die in dem Journal Global Change Biology (2024) publizierten Ergebnisse enthalten zudem methodische Empfehlungen, die zu einer Optimierung künftiger Forschungsarbeiten beitragen sollen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Exposition gegenüber subletalem Umweltstress während der frühen Lebensstadien zum Rückgang der Amphibienpopulationen durch kurz- und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit und das Überleben von Amphibien beitragen könnte, insbesondere wenn diese multiplen Stressfaktoren ausgesetzt sind. Im Projekt evaluierten wir die CORT-Messung in Wasserproben als nicht-invasive Methode zur Erfassung von Stresszuständen in Amphibien und konnten diese Methode als vielversprechendes Instrument für den Artenschutz bestätigen, besonders bei Amphibienlarven. Im Rahmen des Projekts wurden bisher sieben Publikationen veröffentlicht (weitere Manuskripte sind in Vorbereitung).

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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