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Zelluläre Interaktionen in Lebermetastasen gastrointestinaler Tumoren: Multimodale Analyse von Invasion und Metastasierung.

Antragstellerin Dr. Natalie Geyer
Fachliche Zuordnung Gastroenterologie
Hämatologie, Onkologie
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 460567311
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Leber ist ein häufiges Zielorgan für Metastasen gastrointestinaler Tumoren. Die Diagnose von Lebermetastasen schränkt die Therapiemöglichkeiten erheblich ein. Bislang existieren keine spezifisch auf die Biologie von Lebermetastasen zugeschnitten Behandlungsansätze, und die 5- Jahres-Überlebensraten bei metastasiertem Pankreas- und Kolorektalkarzinom liegen bei weniger als 5% bzw. 30%. Um neue Therapiemöglichkeiten entwickeln zu können, ist es essentiell unser Wissen über zelluläre Interaktionen zwischen Tumorzellen und ihrer Umgebung besser zu verstehen. In diesem Projekt untersuchten wir insbesondere die Kommunikation zwischen metastasierenden Tumorzellen und den Leber-eigenen Epithelzellen, Hepatozyten, sowie die Zusammensetzung des stromalen Mikromilieus. Mithilfe von Einzelzell-Transkriptomanalysen und zelluläre Interaktionskartierungen in Lebermetastasen von Mausmodellen konnten wir zeigen, dass das Lebergewebe eine komplexe Reaktion auf Metastasierung initiiert. Hepatozyten in unmittelbarer Nähe aktivieren Akut-Phase- Proteine, während im direkten Tumorkontakt Stammzell-ähnliche Programme und ein dedifferenzierter Phänotyp ausgelöst werden. Unsere Transkriptomdaten identifizierten den Notch-Signalweg als zentralen Regulator dieser Interaktionen und wir konnten durch genetische Modulation von Notch-Liganden auf Tumorzellen die De-Differenzierung von Hepatozyten unterbinden sowie Invasion von Lebermetastasen reduzieren. In einem parallelen Projekt charakterisierten wir die stromale Mikroumgebung humaner kolorektaler Lebermetastasen. Stromale Kapselbildung, ein häufiger histologischer Befund mit prognostisch günstigem Einfluss, ist molekular wenig verstanden. Unsere Analysen zeigten, dass die Kapselbildung vor allem durch die tumorumgebende Leber gesteuert wird und häufig bei unvollständiger Tumorinvasion, die zum Beispiel in Regionen von Tumorregression nach Chemotherapie beobachtet wird, entsteht. Insgesamt unterstreichen unsere Ergebnisse die klinische Relevanz der Tumor-Leber-Interaktion und bieten neue Ansätze für die Entwicklung zielgerichteter Therapien bei fortgeschrittenen, in die Leber metastasierten Pankreas- und Kolorektalkarzinomen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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