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Kindheit in der Smart City. Digitale Transformationen des Städtischen und ihre Auswirkungen auf die Lebensräume junger Menschen.

Fachliche Zuordnung Humangeographie
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 460749647
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt untersucht die Rolle von Kindheit und Kindern in der Entwicklung von Smart Cities und analysiert, inwieweit die Visionen und Umsetzungen der Smart-City-Planung den Bedürfnissen von Kindern gerecht werden. In den letzten zehn Jahren hat das Konzept der Smart City breite Beachtung in der geographischen Forschung gefunden. Dabei lag der Fokus vor allem auf infrastrukturellen, planerischen und technologischen Aspekten sowie auf den komplexen soziotechnischen Dimensionen von Smart Cities. Die besondere Rolle von Kindern wurde bisher jedoch kaum betrachtet. Hier setzt das Projekt an: Um die Bedürfnisse und die Einbindung junger Menschen in die Entwicklung von Smart Cities besser zu verstehen, verbindet das Projekt eine Feldforschung mit Kindern im Rahmen einer Fallstudie in Wien-Simmering, wo zwischen 2016 und 2019 ein Smart-City-Leuchtturmprojekt der Europäischen Union realisiert wurde, mit einer Programmanalyse von 17 weiteren sogenannten Leuchtturmprojekten. Während die Programmanalyse offenlegt, wie Kindheit in der Smart City konzeptualisiert wird und in welcher Form junge Menschen adressiert werden, verdeutlicht die Fallstudie, welche Erwartungen Kinder an die Stadtentwicklung haben und wie die geplanten und umgesetzten Smart-City-Transformationen darauf reagieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Kindheit und die Rolle von Kindern in den Smart-City-Programmen prominent behandelt werden. Trotz umfassender Thematisierung wird ihren eigentlichen Anliegen allerdings oft nur wenig Beachtung geschenkt. Die untersuchten Smart-City-Leuchtturmprojekte richten sich vielmehr in Form gouvernementaler Steuerungsstrategien an Kinder und setzen verschiedene Programmelemente ein, um sie zu eigenverantwortlichem Handeln zu befähigen und sie in die Verantwortung für urbane Transformationsprozesse einzubinden. In den Smart-City-Diskursen pendelt die Darstellung zwischen der Betonung einer Schutzbedürftigkeit von Kindern und ihren Räumen einerseits und der Vorstellung, dass Kinder andererseits besonders aufgeschlossen gegenüber technischen Innovationen sind, die ihre Zukunftsperspektiven erheblich verbessern können. Junge Menschen werden als lern- und leistungsfähig beschrieben und damit als besonders geeignet angesehen, smarte Lebensstile schnell und nachhaltig in ihre Familien und die Gesellschaft zu integrieren. Die Konzentration auf Digitalisierung, Technologie und Nachhaltigkeit sowie die meist eindimensionale Ansprache und punktuelle Einbindung von Kindern werden ihren Lebensrealitäten und Bedürfnissen jedoch nur unzureichend gerecht. Themen wie Partizipation, Chancengerechtigkeit und die Pflege einer mehr-als-menschlichen Gemeinschaft sind für junge Menschen ebenso relevant, erhalten in der stark auf smarte Technologien ausgerichteten Stadtentwicklung allerdings zu wenig Beachtung - obwohl sie für die Stadtgestaltung von heute und morgen entscheidend sind.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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