Detailseite
Projekt Druckansicht

Klassenführung an berufsbildenden Schulen – eine kontextorientierte Analyse

Fachliche Zuordnung Allgemeines und fachbezogenes Lehren und Lernen
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 461631916
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Zahlreiche Studien belegen die Relevanz der Klassenführung für das Gelingen „guten“ Unterrichts und für die Lernleistung der Schüler*innen. Neben dem Kommunikations- und Führungsverhalten der Lehrkräfte greifen als Strategien einer wirksamen Klassenführung sowohl präventive, proaktive und reaktive Maßnahmen ineinander, um Ordnung im Klassenzimmer herzustellen und eine maximale aktive Lernzeit zu erreichen. Obwohl diese Maßnahmen im Kern als für alle Lerngruppen gleichermaßen gültig gelten, stellt sich die Frage nach der Bedeutung des Klassenkontexts und der Klassenkomposition für die Effektivität der Klassenführung. Bei Projektbeginn war ebenso offen, inwieweit Klassenführung tatsächlich über unterschiedliche Kontexte hinweg generalisierbar ist. Der personenorientierte Ansatz würde dies nahelegen und Forschung unterstützt die Kontextunabhängigkeit der Klassenführung. Die Klassenkontexte sind in beruflichen Schulen sehr heterogen und die Lehrkräfte sehen sich von Stunde zu Stunde teilweise ganz unterschiedlichen Klassenkompositionen gegenüber. Hier setzte das Projekt „Klassenführung an beruflichen Schulen“ (Klako) an. Es ergänzte ein bereits gut etabliertes Wirkungsmodell der Klassenführung um das Führungsverhalten der Lehrenden und operationalisierte das erweiterte Modell aus Lehrkraft- und aus Schülerperspektive. Auf Basis einer Stichprobe von 156 Lehrkräften mit 344 Klassen und 4425 Schüler*innen an beruflichen Schulen wurden im Projekt Merkmale wirksamer und weniger wirksamer Klassenführung in beruflichen Schulen und die Bedeutung der Kontextbedingungen wie Bildungsgang und Klassenzusammensetzung unter Berücksichtigung der Prozessqualität der Klassenführung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass mit steigender Anzahl von männlichen Schülern und von Schüler*innen mit Migrationshintergrund die Störungsfreiheit im Unterricht und teilweise die aktive Lernzeit abnehmen. Auch sind Kontexteffekte des besuchten Bildungsgangs sichtbar. Beispielsweise sind Klassen der Ausbildungsvorbereitung und weiterer Bildungsgänge des Übergangssegments der Berufsbildung schwerer und Fachschulklassen leichter zu managen als andere. Die Analysen zeigen ferner, dass die wahrgenommene Prozessqualität der Klassenführung und das Kommunikations- und Führungsverhalten der Lehrkräfte wichtiger für die Effektivität der Klassenführung sind als die Kontextfaktoren. Dabei erfordern die Gewährleistung von Störungsfreiheit und die Maximierung der Lernzeit teils verschiedene Maßnahmen. Eine speziell berechnete Generalisierungsstudie verdeutlicht schließlich, dass die Effektivität der Klassenführung durch die Lehrkräfte nicht über die verschiedenen Klassen hinweg generalisierbar ist. Gleichwohl konnten im Projekt einige wenige Expert*innen an beruflichen Schulen identifiziert werden, deren Klassenführung hinsichtlich beider Zielkriterien und über verschiedene Klassen hinweg von den Schüler*innen als besonders effektiv wahrgenommen werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • The perception of teacher interactional behavior: Do students’ ethnicity and immigrant generation matter? Vortrag auf der 4. Cultural Diversity, Migration, and Education Conference, 21. bis 23. August, Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale).
    Shevchuk, A., Rahn, S., Allkemper, I., Fuhrmann, C. & Glock, S.
  • What makes a VET classroom difficult to manage? A multi-level-analysis of class-context and class-composition as determinants for classroom management. Vortrag auf der European Conference on Educational Research (ECER), 22. bis 25. August, Glasgow, Großbritannien.
    Rahn, S. Fuhrmann, C., Allkemper, I., Shevchuk, A. & Glock, S.
  • Wo die wilden Kerle wohnen? Klassenkontext, Klassenkomposition und Klassenführung an berufsbildenden Schulen – eine kontextorientierte Mehrebenenanalyse. Vortrag im Rahmen des Kongresses der GEBF am 02. März 2023 in Duisburg / Essen
    Rahn, S. Fuhrmann, C., Allkemper, I., Shevchuk, A. & Glock, S.
  • Role of gender match between students and teachers and students’ ethnicity in teacher–student relationships. Learning Environments Research, 27(3), 745-760.
    Glock, Sabine; Shevchuk, Anna; Fuhrmann, Christoph & Rahn, Sylvia
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung