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Eine experimentelle Untersuchung von Maßnahmen zur Förderung der Adoption ökologischer Anbaumethoden in Indonesien

Fachliche Zuordnung Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 467441310
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Der Agrarsektor steht vor zahlreichen ökologischen Herausforderungen, teilweise mitverursacht durch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken wie den etwa den übermäßigen Einsatz von Düngemitteln. Dieses Projekt evaluierte mit experimentellem Design die langfristigen Auswirkungen von Schulungen im biologischen Landbau in Indonesien, ein Land das mit Bodendegradation und hohem Düngemittel- und Pestizidverbrauch kämpft, aber wo politische Institutionen auch großes Interesse an nachhaltiger Landwirtschaft zeigen. Ein Vorgänger-Projekt untersuchte die kurzfristigen Auswirkungen von Schulungen im biologischen Landbau basierend auf einem Experiment mit 1.200 kleinbäuerlichen Betrieben und drei Datenerhebungswellen (2018, 2019 und 2020). Die Hälfte der Betriebe wurde zufällig ausgewählt, um 2019 an einer Schulung im ökologischen Landbau teilzunehmen, während die andere Hälfte, die Kontrollgruppe, keine Schulung erhielt. Im vorliegenden Projekt bauten wir auf diesem Vorgänger-Projekt auf. Im Jahr 2022 wurde eine zweite Schulungsrunde und 2023 eine vierte Erhebungswelle durchgeführt. Die Schulung umfasste dieselben Betriebe wie 2019. Die Kontrollgruppe blieb ebenfalls unverändert. Mit einem Beobachtungshorizont von sechs Jahren, vier Erhebungswellen und zwei Schulungsmaßnahmen schuf das Projekt einen einzigartigen Datensatz über die landwirtschaftlichen Praktiken von kleinbäuerlichen Betrieben. Die Randomisierung des Schulungszugangs ermöglichte es uns, die kausalen Wirkungen der Schulung zu untersuchen. Die Relevanz der Ergebnisse des Projekts lässt sich in zweifacher Hinsicht unterstreichen: Erstens trägt dieses Projekt zur Forschung bei, die zwischen anfänglicher und langfristiger Adoption unterscheidet. Während kurzfristige Effekte aufschlussreich sein können, erfordert das Verständnis der tatsächlichen Auswirkungen von Schulungen ein besseres Verständnis der langfristigen Folgen. Studien zu langfristigen Folgen sind sehr rar. Darüber hinaus ist die Forschung zu den Auswirkungen wiederholter Schulungen nach wie vor kaum entwickelt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Schulungen den Einsatz biologischer Dünger und Pestizide erhöhten und den Einsatz von synthetischem Stickstoffdünger reduzierten. Die Reduzierung des synthetischen Stickstoffdüngers ist angesichts der hohen Verwendung in Indonesien bedeutend. Unsere quantitativen und qualitativen Daten zeigen, dass der Adoptionsprozess ökologischer Anbaumethoden komplex und nicht linear ist. Die Projektergebnisse können Entscheidungstragende in Indonesien und ähnlichen Kontexten bei der Gestaltung von Schulungsprogrammen helfen. Zweitens ermöglicht das randomisierte Design dieses Projekts die Analyse der kausalen Wirkungen in Bezug auf Adoption und Wohlfahrtsindikatoren. Viele vorherige Studien basieren auf Korrelationen, also Vergleichen zwischen biologischen und konventionellen Betrieben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Einführung biologischer Anbaumethoden die quantitativ gemessenen Wohlfahrtsindikatoren kaum beeinflusst. Bedenken, dass biologische Anbaumethoden und die Reduzierung synthetischer Düngemittel die Erträge negativ beeinflussen oder die Arbeitskosten erhöhen, wurden nicht bestätigt. Darüber hinaus zeigen qualitative Daten, dass die kleinbäuerlichen Betriebe die Schulung insbesondere wertschätzen, da sie ihre Abhängigkeit von Subventionen für chemische Düngemittel verringert, die in den letzten Jahren sukzessive zurückgefahren wurden.

 
 

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