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Einfluss der Matrixeigenschaften auf das Ermüdungsverhalten von Faser-Kunststoff-Verbunden

Fachliche Zuordnung Polymere und biogene Werkstoffe und darauf basierende Verbundwerkstoffe
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 468045930
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Zur Beschreibung des Ermüdungsverhaltens von Faser-Kunststoff-Verbunden (FKV) lassen sich verschiedene Skalen bzw. Ansätze verfolgen. Durch die Anisotropie und die Vielzahl der möglichen Lagenaufbauten und Mikrostrukturen bietet ein konstituentenbasiertes Werkstoffverständnis das Potential der Erfassung universeller Zusammenhänge, durch die in jeder Konstellation vorhandenen Fasern, Matrixpolymere und Faser-Matrix-Interfaces. Das Ziel des Projektes war es, den Einfluss der Matrixeigenschaften auf die Ermüdungseigenschaften des Faserverbundes in endlosfaserverstärkten Kunststoffen zu erfassen. Hierfür ist es erforderlich lediglich die Eigenschaften des Matrixpolymers zu modifizieren. Im Vorhaben wird energiereiche γ-Strahlung verwendet, um möglichst selektiv das Matrixpolymer zu modifizieren bei möglichst geringer Änderung des Gesamtsystems. Trotz des großindustriellen Einsatzes des Verfahrens ist der Zusammenhang zwischen erzielter Eigenschaftsänderung und aufgebrachter Dosis für typische Matrixpolymere nur bedingt bekannt. Im ersten Schritt des Vorhabens wurden auf Basis einer umfangreichen Recherche sechs Polymere identifiziert: drei Cyanatester Harze, Bisphenol-A basiertes Epoxidharz und Polycarbonat sowie ein thermoplastisches Polyurethan. In einer anfänglich durchgeführten Versuchsreihe konnten Polycarbonat und Epoxidharz als vielversprechende Matrixpolymere identifiziert werden. Die gefundenen Bestrahlungsparameter wurden analog zur Bestrahlung von glas- und kohlenstofffaserverstärkten Laminaten verwendet. Eine umfangreiche Charakterisierung der Polymere in zwei Bestrahlungseinstellungen bildet die Datengrundlage zur Korrelation mit der an den Laminatproben beobachteten Ermüdungsschädigung. Schwellende Querzug- und Längsdruckbelastungen stehen im Fokus der experimentellen Untersuchung ergänzt um stichprobenartige Schubversuche. Mit dem Ziel die durch die äußeren Laminatlasten erzeugten Spannungszustände innerhalb der Matrix möglichst umfassend zu berücksichtigen wird das Verhalten der unverstärkten Polymere hinsichtlich der Aspekte monotoner Belastung, Druck- und Zeitabhängigkeit, bestrahlungsinduzierter Relaxation sowie unter zyklischer Belastung erfasst. Ein neu entwickelter Mikroskopaufbau ermöglicht eine Livebeobachtung der Querlagen und weiterhin auch die lokale Dehnungsauswertung. Bei der Analyse der Schädigungsursachen wurden die inhomogene Faserverteilung und Nähfäden als ortsbestimmende Faktoren für die Rissinitiierung identifiziert. Die Matrix beeinflusst hingegen den Zeitpunkt und die resultierende Rissdichte durch ermüdungsinduzierte Degradation, die jedoch gleichzeitig durch Eigenspannungen beeinflusst ist. Durch ein ergänzendes FE-Model konnte weiterhin gezeigt werden, dass durch eine verstärkte Relaxation faserreicher Bereiche eine Spannungshomogenisierung stattfindet. Unter Längsdruckbelastung konnte experimentell durch verschiedene Belastungsprofile eine Zeitabhängigkeit der Ermüdungsfestigkeit identifiziert werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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